Thema Geschlecht – damals und heute

Lenzburg: Die Ausstellung «Geschlecht. Jetzt entdecken» im Stapferhaus geht das Thema in allen Facetten an. Alle sind angesprochen, auch queere Aktivistinnen und Gendermüde. Weil alle ein Geschlecht haben und darüber reden und nachdenken dürfen.

Geschichte der Geschlechter in vielfältiger Manier dargestellt: Der zentrale Hauptraum der neuen Stapferhaus-Ausstellung «Geschlecht. Jetzt entdecken». Foto: zvg

Geschichte der Geschlechter in vielfältiger Manier dargestellt: Der zentrale Hauptraum der neuen Stapferhaus-Ausstellung «Geschlecht. Jetzt entdecken». Foto: zvg

Das Wunderwerk Natur flimmert bunt über die Projektionsfläche: Chromosomen, Hormone und anderes mehr. Foto: zvg

Das Wunderwerk Natur flimmert bunt über die Projektionsfläche: Chromosomen, Hormone und anderes mehr. Foto: zvg

Symbole: Stapferhausleiterin Sibylle Lichtensteiger im Introfilmraum. Foto: Fritz Thut

Symbole: Stapferhausleiterin Sibylle Lichtensteiger im Introfilmraum. Foto: Fritz Thut

Heisse Fragen: Antworten einer Sexualtherapeutin per Knopfdruck abrufbar. Foto: zvg

Heisse Fragen: Antworten einer Sexualtherapeutin per Knopfdruck abrufbar. Foto: zvg

Für ganz diskrete Dialoge: Lauschige Nischen im Debattenraum. Foto: Chris Iseli

Für ganz diskrete Dialoge: Lauschige Nischen im Debattenraum. Foto: Chris Iseli

Das Wichtigste gleich vorweg: Das Stapferhaus kann bis zu 150 Besucher empfangen – allerdings auf drei Lots verteilt. Ein Zählsystem stellt sicher, dass die Gästezahl nicht überschritten wird. Zudem erhält jeder Besucher eine kleine Umhängetasche mit Desinfektionsmittel und Tüchern. Denn unterwegs darf man Kopfhörer aufsetzen, Telefonhörer ans Ohr halten und anderes mehr. 

Und nun zur Ausstellung als solche. Sie lädt farbig und lustvoll dazu ein, sich mit frischem Blick mit dem eigenen und allen anderen Geschlechtern auseinanderzusetzen – im Persönlichen, Politischen, Beruflichen und in der Freizeit. Gelegenheit dazu bekommt man als Erstes im Raum Wunderwerk der Biologie mit Chromosomen und Geschlechtsorganen oder aber im nächsten, der zeigt, wie sehr das Geschlecht durch gesellschaftliche Konventionen geprägt ist. 

Einen Raum weiter wird der Blick auf die Geschichte geworfen und anhand der Themenkomplexe «Macht und Ordnung», «Arbeit und Rolle», «Körper und Schönheit» und «Liebe und Sexualität» erzählt. Entlang der Wände werden die Themen mit vertieften Recherchen abgebildet und Hörstationen laden zum Zuhören von ganz persönlichen Geschichten ein. 

Zudem animieren farbige Türen, einen Blick hineinzuwerfen. Etwa, um sich von einem Influencer über ein fix installiertes Handy vorführen zu lassen, wie der «Mann von Welt» sich bewegt. Oder aber der Besucher wird eingeladen, ein Paar bereitstehende Stöckelschuhe zu montieren und sich – unter Anleitung über den Kopfhörer – auf dem Laufsteg zu versuchen. 

Ein kleines, buntes Leporello ermuntert die Gäste, sich selbst zu reflektieren und etwa die Frage zu beantworten, ob man die Geschlechterrollen so lebt wie die Eltern. Verschiedene Antworten stehen zur Wahl, die zutreffende kann man mit einem Kleber versehen. Im Untergeschoss stehen Kabinen bereit – für spannende Dialoge mit der Familie oder Freunden. «Geschlecht. Jetzt entdecken» will den Horizont erweitern, überraschen. Mit Humor, aber auch der nötigen Ernsthaftigkeit. Ohne Berührungsängste, aber mit feinem Gespür für Grenzen.

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