Sie kommen als Rohmaterial und gehen als süsse Nascherei verarbeitet wieder ins Piemont zurück

Lenzburg Seit vier Jahren backt Irene Cueni aus Lenzburg neben Kuchen und Torten vor allem Weihnachtsguetzli auf Bestellung. Wer ein Makrönli oder Haselnussstängeli geniesst, hat ein bisschen Piemont drin.

Farbenfroh: Irene Cueni und ihre Smarties-Cookies. Foto: zvg

Farbenfroh: Irene Cueni und ihre Smarties-Cookies. Foto: zvg

Lenzburger Weihnachtsbäckerei: Guetzli, so weit das Auge reicht. Foto: zvg

Lenzburger Weihnachtsbäckerei: Guetzli, so weit das Auge reicht. Foto: zvg

Geerntet: Haselnüsse in Hülle und Fülle. Foto: zvg

Geerntet: Haselnüsse in Hülle und Fülle. Foto: zvg

Ob es schon jetzt nach Vanille, Zimt, Mandeln und anderem mehr duftet? Mitnichten. «Der beste Initialzünder ist und bleibt der erste Schnee. Bei 15 Grad Zimtsterne backen geht (fast) nicht! Aber ‹geschäftlich gesehen› ist der 1. Advent halt DER Tag, an dem das Sortiment bereit sein muss», erklärt Irene Cueni. Bei den Söhnen wie dem Ehemann wird bereits Ende September der Ruf nach dem Start in der Küche laut.

Haselnüsse aus dem Piemont

Am Anfang der Produktion der Haselnussstängeli und -makrönli aus dem Hause Cueni steht die Lieferung der piemontesischen Haselnüsse aus dem Dorfladen in Montabone, Provinz Asti, nach Lenzburg. Die Liefermenge muss jeweils den Gelüsten der Familie angepasst sein, denn: «So einige davon werden quasi in ‹Nutella-Reinkultur› gegessen», verrät Irene Cueni.

Wobei sich die Produzenten der Sorte «Tonda Gentile Trilobata» heftig dagegen wehren würden, dass die wohl beste Haselnuss der Welt für «schnödes» Nutella gebraucht würde. So weit, so gut, kehren wir in die Backstube nach Lenzburg zurück.

Schon ihre Mutter habe immer Weihnachtsguetsli gebacken, aber in normalem Rahmen und nicht so ausufernd, wie dies bei ihr der Fall sei. In diesem Jahr werden – coronabedingt – jedoch nicht über 25 Sorten zur Auswahl stehen, sondern die 6 bis 8 beliebtesten. «Ich bin momentan zu fest in die Praxis meines Mannes eingebunden. Und schliesslich muss das Guetzle immer noch Spass machen, sonst werden sie sicher nicht so gut wie gewohnt», ist Irene Cueni überzeugt. Dieser Entscheid der Minimierung wurde jedoch von der Familie mit einem Aufschrei quittiert. Denn nicht nur die Kunden lieben die zarten Gebäcke, sondern auch die ganze Familie freut sich alljährlich auf die Sterne, Kringel, Sablés und, und, und.

Gegessen wird am Festtisch

Dass die Lenzburgerin das feine Gebäck auf Bestellung anfertigt, hat sie ihren Kindern zu verdanken. Sie meinten, diese Köstlichkeiten sollten dringend alle Liebhaber der Weihnachtsnascherei kaufen können. Im Nullkommanichts wurde vom älteren Sohn eine, wie Irene Cueni sagt, «simpelpraktischschnörkellose» Webseite kreiert, welche sich www.­cookies-and-more.ch nennt. Beim Besuch dieser Webseite zerfliesst wohl jedes Naschherz.

Die Familie schränkt sich zugunsten von Guetzli und Teig gerne ein. «Der Esstisch ist während zweier Wochen von Guetzli dauerbelagert, gegessen wird am Festtisch, die Menüs werden ‹all in for cookies› eher unspektakulär ausfallen, da ein Regal im Vorratsraum mit Backzutaten für rund 60 Kilo Guetzli überstellt ist.» Und schliesslich: «... und wir selbst, frisch geduscht, das Haus immer etwas süsslich angehaucht verlassen», erzählt Irene Cueni lachend weiter.

Es wird im Hause Cueni aber nicht nur genascht, Ehemann Heiner übernimmt traditionell und unaufgefordert den Job als «Spitzbuben- und Nutella­sablés-Füller».

Ja, und so Mitte Dezember werden einige Päckchen der Weihnachtsguetzli bei der Familie Cueni abgeholt, um dann in Montabone als Weihnachtsgeschenke verteilt zu werden. Etwa bei einem der örtlichen Weinbauern. Die Guetzli überleben den gemütlichen Abend ebenso wenig wie der dazu kredenzte Barbera.

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