Reiche Rebenernte nach Hitzesommer

Weinbau Exakt drei Monate vor Weihnachten und damit deutlich früher als in den Vorjahren fand am vergangenen Samstag der alljährliche Leset der Ortsbürger-Rebbauern-Vereinigung statt.

Im Regen im Einsatz: Lesehelfer der Ortsbürger-Rebbauern am Schlossberg. Foto: zvg
Im Regen im Einsatz: Lesehelfer der Ortsbürger-Rebbauern am Schlossberg. Foto: zvg

Das Bestimmen des optimalen Lesetzeitpunkts ist für Winzer jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. Der Öchslegrad, also der Zuckergehalt der Trauben, ist dabei nur einer der Faktoren. Nicht minder wichtig ist der Zustand des Traubenguts.

Nach dem trockenen und hitzigen Sommer und vielen Stunden schweisstreibender Bewirtschaftung durch das «Räblüs»-Team präsentierte sich der Behang der Rebstöcke am Schlossberg üppig, kerngesund und frühreif.

Potenzielle Feinde

Die grössten Feinde kurz vor dem Leset sind jeweils Regen und die Kirschessigfliege. Regen und Staunässe aktivieren die Pilzsporen, die insbesondere in engbeerigen Trappen Grauschimmel fördern, im Fachjargon als Botrytis bekannt. Ausserdem bläht anhaltender Regen die Trauben auf und kann sie so zum Platzen bringen. Unerwünscht ist auch die Kirschessigfliege, die ihre Eier vorzugsweise in dunklen Beeren ablegt.

All dies beeinträchtigt die Trauben- und damit die Weinqualität und kann gar den gesamten Jahrgang gefährden. In dieser Zeit hat Rebmeister Werner Volkmar die Entwicklung des Traubenguts wieder engmaschig mit Kellermeister Thomas Lindenmann vom Weingut Lindenmann in Seengen verfolgt.

In einem Profibetrieb lässt sich der Lesetzeitpunkt innert Tagesfrist festlegen. Einer Freizeitvereinigung wie den Ortsbürger-Rebbauern ist dies nicht möglich. Denn die Organisation des Lesets und das öffentliche Aufgebot der Helfer erfordern einen gewissen zeitlichen Vorlauf. Da kann sich schon mal Petrus als Spielverderber erweisen.

Gute Laune im Regen

So auch vergangenen Samstag. War zu Wochenbeginn noch trockenes Wetter vorausgesagt, zogen am Lesettag Regenwolken auf. Da auch die Folgetage keine Wetterbesserung verhiessen, hielt der Vorstand am Lesettermin fest. Der guten Laune der fast 50-köpfigen Lesetschar tat der Regen keinen Abbruch.

Ganz nach dem Motto «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung» lasen die Ortsbürger Rebbäuerinnen und Rebbauern, verstärkt durch einige Gäste, innert vier Stunden 2,8 Tonnen Blauburgunder in sehr guter Qualität mit 97 Grad Öchsle.

Die Weiterverarbeitung erfolgte gleichentags auf dem Weingut Lindenmann in Seengen. Derweil stiess die Lesetschar nach getaner Arbeit bei der wohlverdienten Suppe mit Spatz auf einen erfreulichen Jahrgang 2022 an. (cba)

Weitere Artikel zu «Stadt Lenzburg», die sie interessieren könnten

Sandro Gloor.Foto: zvg
Stadt Lenzburg01.04.2026

Sandro Gloor tritt am 1. April in die Geschäftsleitung der SWL ein

SWL Sandro Gloor startet am 1. April als Leiter Gebäudetechnik in der Geschäftsleitung der SWL Energie AG. Er tritt die Nachfolge von Roger Strozzega an, der…

Schlüsselpersonen zu Initialisierung: Max Chopard, Fachstelle Umwelt; Kathrin Erne, Madame Bocuse; Christina Bachmann-Roth, Vizeammann; Jonathan Clemens, Balcony Bikes.Foto: zvg
Stadt Lenzburg01.04.2026

Lenzburg unterstützt Zweiradmobilität

Velo Am Zweiradparkplatz Brättligäu neben dem Kronenplatz in Lenzburg wurde vergangene Woche eine neue E-Bike-Ladestation eingeweiht. Gleichzeitig wurde auch…

Die Parteileitung: Claudia Casanova, Stefan Altner, Cécile Kohler, Daniel Blaser, Benedikt Sutter, Ivo Schürmann, Edmund Bumann, Marc Furter, Rolf Maichel und Ronald Hagger. Es fehlt Thomas Huser.Foto: zvg
Stadt Lenzburg01.04.2026

Aufbruchstimmung bei der Mitte: Rückblick, Wechsel und Impulse

Politik Im historischen Hünerwadelhaus kam die Mitte Lenzburg zu ihrem Parteitag zusammen – und blickte nicht nur zurück, sondern auch freudig nach vorne. Unter…