Neue eigene Strategie und Diskurs über alte Netzstrategie

Strategie anpassen: «Lebensraum»-Präsident Daniel Mosimann präsentiert in Holderbank das «Zielbild 2022+». Foto: Fritz Thut
Strategie anpassen: «Lebensraum»-Präsident Daniel Mosimann präsentiert in Holderbank das «Zielbild 2022+». Foto: Fritz Thut

Holderbank Der Vorstand des Gemeindeverbandes Lebensraum Lenzburg-Seetal (LLS) tagte im nahezu jungfräulichen Mehrzweckraum der neuen Schulanlage von Holderbank – und für einmal ging es kontrovers zu und her.

Die Versammlung der Gemeindeammänner der 26 «Lebensraum»-Gemeinden begann gewohnt ruhig. Die Infos aus der Geschäftsstelle und den Kerngruppen wurden kommentarlos entgegengenommen. Das Budget für das nächste Jahr, das von LLS-Vizepräsident Jörg Bruder (Seengen) vorgestellt wurde, sieht ein Defizit von 57000 Franken vor.

Diesen Fehlbetrag begründete Bruder mit der Tatsache, dass 2023 ein «Übergangsjahr» sei, die neue Strategie noch nicht greife und viele Anlässe (wieder) stattfänden. Ob das 2024 so weitergehe, wurde aus dem Plenum gefragt, suggerierend, dass das Kapital wohl bald aufgebraucht sei.

Damit hatte man den fliessenden Übergang zum Traktandum ««Zielbild 2022+». Der LLS überarbeitet seine Strategie und setzt dafür vier Projektgruppen ein: Aufbau- und Ablauforganisation; Themenvielfalt; Kommunikation/Information und eben neu auch Finanzen. Bis im November sollen die Projektgruppen bestückt sein und spätestens ab 2024 sollen die neuen Strukturen wirken.

Budget 2023 und Vorgehen bei der Erarbeitung der neuen Strategie wurden einstimmig genehmigt.

Diskussion um Verkehrsprobleme

Unter «Verschiedenes» informierten die Gemeinden Seon und Schafisheim über die Ankündigung des kantonalen Baudepartements, die den Strassenverkehr betreffende «Netzstrategie Unteres Seetal» aus dem Jahr 2014 samt den darin enthaltenen Richtplaneintragungen für die Ost-Umfahrungen aufzuheben.

Bei den Betroffenen ist der Ärger gross. Mit einem wenn möglich von allen Gemeinden der Region unterzeichneten Brief an Baudirektor Stephan Attiger wollte man Druck machen und brachte dabei den Bau eines Tunnels durch den Lotten ins Spiel. Hier hörte allerdings der Spass auf: Auf Solidarität pochen und gleichzeitig anzustreben, das Verkehrsproblem einfach weiterzureichen, kam nicht gut an. Mit 14 zu 3 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Das Problem soll auf anderer Ebene, etwa mit Grossratsinterpellationen, weiterverfolgt werden, so LLS-Präsident Daniel Mosimann (Lenzburg).

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