Nehmen die SBB den neuen Bahnhof zum Fahrplanwechsel 2029 in Betrieb?

Lenzburg In kleinem Kreis präsentierten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die Stadt Lenzburg Details zum Neubau des Bahnhofs. Das erste Baugesuch wird bald aufgelegt, 2023 starten die Bauarbeiten und Ende 2029 wollen die SBB fertig sein.

Eine von künftig zwei Personenunterführungen am Bahnhof Lenzburg: Die geplante Personenunterführung Ost soll elf Meter breit und drei Meter hoch werden. Illustration: sbb
Eine von künftig zwei Personenunterführungen am Bahnhof Lenzburg: Die geplante Personenunterführung Ost soll elf Meter breit und drei Meter hoch werden. Illustration: sbb

Die Anwohner rund um den Bahnhof Lenzburg erhielten eine «Einladung zum digitalen Informationsanlass» für den Ausbau der Publikumsanlagen des Bahnhofs. Rund 3000 Couverts wurden verschickt; für die Medien reichte das Portobudget offensichtlich nicht mehr.

Immerhin 80 Teilnehmer loggten sich in die Online-Übertragung von SBB-Gesamtprojektleiter Alejandro Fernandez sowie Stadtammann Daniel Mosimann und Tiefbauchef Christian Brenner von der Stadt Lenzburg ein.

Die vermittelten Informationen hätten einen grösseren Zuhörerkreis verdient. Noch nie erfuhr man derart viele Details über das Generationenprojekt «Bahnhofneubau Lenzburg». Gemäss Projektleiter Fernandez ist der Ausbau den Anpassungen ans Behindertengleichstellungsgesetz und vor allem dem gesteigerten Fahrgastaufkommen geschuldet: Von heute rund 25000 täglichen Passagieren soll diese Zahl auf 40000 im Jahr 2040 steigen.

Um die heute oft kritischen Situationen langfristig zu eliminieren, soll die ganze Perronanlage neu konzipiert werden: Wo heute Gleise sind, gibts künftig breitere Personenplattformen und umgekehrt. Die Personenströme werden durch zwei Unterführungen auf die Perrons geführt, wobei die Unterführung Ost anstelle der bisherigen fast dreimal so breit geplant ist. Während der Bauphasen erfolgt der Zugang über eine Passerelle.

An der Online-Information waren die SBB aussergewöhnlich generös mit der Nennung von Terminen. Schon früh im nächsten Jahr, also bald, startet das Plangenehmigungsverfahren für die Vorarbeiten. Darunter ist vor allem das Bahntechnikgebäude samt Stellwerk zu verstehen, das neu ans Westende des gesamten Bahnhofareals zu stehen kommt. Vorgesehene Bauzeit: 2023 bis 2024. Erst nachher können die Publikumsanlagen (Perrons, Bahnhof, Unterführungen) realisiert werden. Diese Bauten dauern rund fünf Jahre. Gemäss dem präsentierten Zeitplan ist die Inbetriebnahme auf den Fahrplanwechsel im Jahr 2029 vorgesehen. Es wäre der erste Termin, den die SBB entlang dem «Seetaler», der künftig wieder in den Hauptbahnhof eingeleitet wird, einhalten könnten.

Erst danach, ab 2030, kann die Stadt im Umfeld des Bahnhofs aktiv werden und etwa auf Höhe der Unterführung West einen neuen Bushof erstellen.

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