Lenzburgiana: Heldenhaft

Heldenhaft: Juni-Motiv der Reihe «Lenzburgiana». Illustration: mphs
Heldenhaft: Juni-Motiv der Reihe «Lenzburgiana». Illustration: mphs

Wie sehr wünschte man sich manchmal – gerade in dieser Zeit – ein Wundermittel, das alle Gebrechen und Seuchen und damit die Berge von Einwegmasken und Seen von Desinfektionsmittel unschädlich macht. Seit Jahrhunderten drehen sich ganze Epen um Zauberbecher und -tränke, die Flügel verleihen. Aber baut letztlich nicht gar unsere eigene Kultur auf wahres Heldentum? Moses, der das Volk aus der Sklaverei führte; Hiob, dessen Glaube über alle Schreckensbotschaften siegte; der heilige Drachentöter Georg; Wilhelm Tell, Winkelried und Pestalozzi. 

Um diese Helden und Krieger für das Gute zu finden, muss man nur einem Namen folgen: Werner Büchli. Der Lenzburger Künstler schmückte damit das Angelrain-Schulhaus, das Dr.-Hämmerli-Haus, das Pestalozzi-Schulhaus in Birr und die Kirche Othmarsingen. Sogar die Fassade seines Lenzburger Wohnhauses zierte bis vor wenigen Jahrzehnten ein riesiger Parzival hoch zu Ross. Man staunt, doch dieser Roman um den Gralsritter Artus aus der Zeit von Kaiser Barbarossa hat wirklich Lenzburg-Bezug: Das älteste Familienwappen von Staufen zeigt nämlich einen Kelch, der zur Blasonierung des Gemeindewappens inspiriert haben soll. 

Spannend, dass auch das gleichnamige Städtli im deutschen Breisgau dreimal einen goldenen «Stauf» – die althochdeutsche Bezeichnung für «Kelch» – zeigt. Dessen berühmtester Einwohner war übrigens Johann Georg Faust, jener sagenumwobene Alchimist und Magier, der durch Goethe in die Weltliteratur einging. 

PS: Mehr Heldengeschichten gibts in Kürze im und um das Museum Burghalde, etwa zum 150. Geburtstag von Werner Büchli im Frühling 2021, wo die Epen rund um Lenzburg wieder lebendig werden.(mphs)

Plakat finden und Preise gewinnen. Das Projekt «Lenzburgiana» wurde vom Museum Burghalde lanciert. Einmal monatlich werden humorvolle Grafiken zu Lenzburger Besonderheiten präsentiert. Das Motiv wird in Plakatgrösse irgendwo im Städtli erscheinen. Der Text dieser Kolumne verrät den Standort. Die witzigsten Selfies vor diesem Plakat werden prämiert. Handyfotos mit Name und E-Mail-Adresse senden an: burghalde@lenzburg.ch. PS: Und die Postkarte dazu gibts im Museumsshop.

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