Lenzburger holt Bronze an der Bob-EM

Das Team Vogt mit Amadou Ndiaye (Zweiter von rechts).Foto: rekords speed photography

Nachwuchshoffnung Der Lenzburger Amadou Ndiaye ist leidenschaftlicher Leichtathlet. In diesem Jahr gab er sein Debüt als Anschieber im Viererbob und holte mit dem Team direkt Bronze bei der Europameisterschaft in Lillehammer, Norwegen.

«Ich bin immer noch ein wenig geflasht», teilt der 22-jährige Amadou Ndiaye am Telefon mit. Geflasht ist er von seiner ersten Medaille auf der Weltbühne. Bei der Europameisterschaft holte er sich vergangene Woche Bronze mit dem Team Vogt im Viererbob. Dass er es ins Team geschafft hat, ist dabei eine Überraschung. Denn es ist seine erste Saison, und das Auswahlverfahren war hart. Das weiss auch Florian Willisegger, Verbandsvorstand von Swiss Sliding: «In der gesamten bisherigen Saison wurden bei den Männern stets Platzierungen vom 4. bis zum 10. Rang erreicht. Wenn die Schweiz eine Chance auf eine Medaille verwirklichen möchte, müssen die besten Kräfte gebündelt werden. Das bedeutet, der beste Pilot muss mit den besten Anschiebern fahren.»

Von null auf hundert

Nach den Feiertagen standen zwei entscheidende Leistungstests auf dem Plan, bei denen die besten Anschieber ausgewählt wurden. Aus den Ergebnissen dieser Tests wurden neue Teams für die EM und die WM zusammengestellt, um die Medaillenchancen zu maximieren. Eine grosse Überraschung gab es dabei: Amadou Ndiaye setzte sich unerwartet an die Spitze. Das Laufen auf Eis und das sportartspezifische Training sind anspruchsvoll und erfordern viel Erfahrung, die man sich oft über Jahre hinweg aneignet. Bislang war Amadou Teil des Junioren-Nachwuchsteams von Reich und sammelte im Europacup wertvolle Erfahrungen. Doch dank seiner herausragenden Leistung im Test wurde er nun direkt dem Piloten Michi Vogt zugeteilt – ein riesiger Sprung von der Juniorenliga hinauf in die Weltspitze. Willisegger glaubt fest an den Neuling aus der schönsten Stadt des Aargaus: «Es ist davon auszugehen, dass sich Amadou noch weiter entwickeln wird. Gerade nach dem Ausfall von Sandro Michel braucht die Schweiz wieder einen Weltklasse-Anschieber, um auch im 2er-Bob wieder um die Medaillen mitreden zu können. Amadou ist diesbezüglich ein grosses Versprechen für die Zukunft.»

Amadou verbringt nun noch einige Tage in Norwegen mit seinem Team und kommt bald wieder nach Hause. Doch nicht für lange: Vom 1. bis 16. März finden in Lake Placid die Weltmeisterschaften statt. Auch hierfür ist der junge Lenzburger aufgeboten. (rfb)

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