«Ich bin einzig dem Recht verpflichtet»

Bezirksgericht Jung, vielseitig engagiert und gut vernetzt: Die 32-jährige Antonella Nicastro will Gerichtspräsidentin des Bezirksgerichts in Lenzburg werden.
Antonella Nicastro hat viel auf dem Programm: aktiv bei der Feuerwehr, Freiwilligenarbeit im Länzerthus, einen Garten und einen Hund. Die ambitionierte Juristin hat aber noch ein weiteres Ziel. Als Parteilose kandidiert sie für den Sitz als Gerichtspräsidentin des Bezirksgerichts. Ob Parteilosigkeit kein Nachteil sein könnte, wollte der LBA wissen. «Vielleicht für die Wahl. Nicht aber in der Ausübung des Amts», erklärt sie und führt an: «Ich bin einzig dem Recht verpflichtet. Das möchte ich mit meiner parteilosen Kandidatur unterstreichen.» Klare Worte, kein Gemauschel. Nach ihrem Abschluss des Rechtsstudiums an der Universität Zürich hat sie Anfang 2019 das Rechtspraktikum am Bezirksgericht Zofingen begonnen, das den Grundstein für ihre juristische Laufbahn legte. Schon bald darauf trat sie am selben Gericht die Stelle als Gerichtsschreiberin an, in der sie bis heute tätig ist. Während dieser Tätigkeit erlangte sie im Jahr 2021 erfolgreich das Anwaltspatent des Kantons Aargau. Als langjährige Gerichtsschreiberin bringt sie in sämtlichen Rechtsgebieten und Verfahrensabläufen des Bezirksgerichts umfassende Erfahrung mit. Zu ihren Stärken führt sie Empathie, Respekt, Entscheidungsstärke und Entschlossenheit auf. Für das Amt als Gerichtspräsidentin interessiert sie sich nach eigenen Angaben insbesondere wegen der Vielseitigkeit des Rechts in all seinen Facetten sowie des direkten Kontakts mit den Menschen. «Es ist mir wichtig, den oft persönlichen und komplexen Hintergründen der Verfahrensbeteiligten nicht nur mit juristischer Präzision zu begegnen, sondern auch mit gesundem Menschenverstand und Empathie.» Ebenso zentral sei für sie die Verwendung einer klaren und verständlichen Sprache, sodass sowohl Verfahrensführung als auch Entscheide für die Betroffenen nachvollziehbar sind. Dabei hält sie entschlossenes und zielgerichtetes Handeln als genauso bedeutend. Im Bezirk Lenzburg ist sie stark verwurzelt. Sie ist in Niederlenz aufgewachsen und nach ihrem Studium nach Staufen gezogen. Seit letztem Herbst wohnt sie in Rupperswil. (rfb)