Abwasserreinigungsanlage Seetal als «zukunftsweisendes Vorzeigeprojekt»

Abwasser Schon in einem Jahrzehnt sollen die Abwässer von 38 Gemeinden in Wildegg gereinigt werden. Kommunal- und Regionalpolitiker liessen sich im Schloss Hallwyl über das gut 180 Millionen Franken teure Projekt informieren.

Einzugsgebiet: Übersichtsplan der geplanten ARA Seetal. Foto: zvg

Einzugsgebiet: Übersichtsplan der geplanten ARA Seetal. Foto: zvg

Erkennungszeichen: Logo der ARA Seetal.

Erkennungszeichen: Logo der ARA Seetal.

Soll massiv ausgebaut werden: Die ARA Langmatt in Möriken-Wildegg. Foto: Patrick Walde

Soll massiv ausgebaut werden: Die ARA Langmatt in Möriken-Wildegg. Foto: Patrick Walde

Deutliche Ausdehnung: Plan der vorgesehenen ARA Seetal mit den neuen oder angepassten Elementen in Rot und Blau. Foto: zvg

Deutliche Ausdehnung: Plan der vorgesehenen ARA Seetal mit den neuen oder angepassten Elementen in Rot und Blau. Foto: zvg

An diesem Grundsatz gibt es nichts zu deuteln: «Sauberes Wasser ist wichtig.» Diese Feststellung stand am Anfang des Grussworts von Stephan Müller, dem Abteilungsleiter Wasser im Bundesamt für Umwelt (BAFU). Der Mann aus Bundesbern stimmte im Schloss Hallwyl Politiker aus der Region ein auf ein Vorhaben, das den Raum zwischen Hochdorf im Süden und Wildegg im Norden in den nächsten Jahren beschäftigen wird.

38 Gemeinden in diesem Rayon sollen an die ausgebaute Abwasserreinigungsanlage (ARA) Langmatt in Wildegg angeschlossen werden, die dann ARA Seetal heissen wird. Die bisherigen Anlagen in Hochdorf, Mosen, Seengen und Hendschiken werden ersetzt und das Schmutzwasser mit 30 Kilometer Leitung nach Wildegg geführt.

«Ein Jahrhundertprojekt»

Der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann als Präsident des federführenden Abwasserverbandes Region Lenzburg (AVRL) sprach von einem «Generationen-, ja einem Jahrhundertprojekt».

Diese historische Einschätzung übernahmen die anwesenden oder zugeschalteten Regierungsräte. Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Aargauer Departements Bau, Verkehr und Umwelt, wertete die ARA Seetal «vom Kanton aus als zukunftsweisendes Vorzeigeprojekt, als Leuchtturm von nationaler Ausstrahlung», auch was die kantonsübergreifende Zusammenarbeit mit Luzern betrifft.

Je grösser, desto billiger

Attigers Luzerner Amtskollege Fabian Peter ist vom Nutzen der künftigen Grossanlage überzeugt: «Die Menschen und die Umwelt werden von der ARA Seetal profitieren.» Mit der neuen ARA wird das Abwasser einer zusätzlichen Reinigungsstufe zugeführt, die auch Mikroverunreinigungen und Medikamentenrückstände herausfiltert.

Müssten diese bald obligatorischen Stufen auf den bisherigen ARA implementiert werden, würden gesamthaft viel höhere Investitionen nötig. «Je grösser die Anlage, desto günstiger werden die Kosten pro Einwohner», fasste Fachplaner Reto von Schulthess den finanziellen Hintergrund zusammen.

Raumplanerische Knackpunkte

Die technischen und wirtschaftlichen Vorteile des Projekts liegen auf der Hand, doch bevor die ARA Seetal gebaut werden kann, müssen noch diverse Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

Die organisatorischen Fragen – formell müssen sich die Gemeinden oder ihre schon bestehenden Verbände dem AVRL anschliessen – scheinen nach dem Infoanlass lösbar, auch wenn Fragen über den Kostenteiler noch offen bleiben.

«Es gibt zudem noch raumplanerische Herausforderungen», musste Verbandspräsident Mosimann einräumen. Raumplanerin Barbara Gloor von der Firma Metron listete die notwendigen Vorkehrungen auf: Der kantonale Richtplan muss angepasst werden, die Gemeinde Möriken-Wildegg muss für den zusätzlichen Raumbedarf die Zone für öffentliche Anlagen vergrössern, für Fruchtfolgeflächen, gerodeten Wald und Auenschutzzonen müssen Kompensationen gefunden, ausgeschieden und entschädigt werden.

Der Wille, Lösungen zu finden, war am Anlass auf Schloss Hallwyl spürbar, doch die Zeit drängt, wenn 2030 das regionale Abwasser in Wildegg gereinigt werden soll.

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