Zukunft des Saalbaus: «Küche ist der Knackpunkt»
Der in die Jahre gekommene Saalbau in Boniswil soll und muss saniert werden. Eine Arbeitsgruppe sondierte Varianten und holte nun die Reaktionen der Bevölkerung ein.
Die Informationsveranstaltung im und über den Boniswiler Saalbau begann mit einem Rundgang durch die mehrheitlich nostalgisch anmutenden Räume im Untergeschoss. Eine Militärküche, die ihrem ursprünglichen Zweck schon lange nicht mehr nachkommt, war da zu sehen: Mit zu grossen Pfannen und einer altersschwachen Lüftung, die entweder nicht funktioniert oder so stark bläst, dass sich das Küchenpersonal an Vereinsabenden regelmässig eine Verkühlung holt, wie Vizeammann Roland Balmer ausführte.
Balmer, der die vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe geleitet hatte, führte durch den Abend und präsentierte zuerst die Geschichte des Saalbaus: Basierend auf der Mitte der 1930er-Jahre erstellten alten Turnhalle entstand der Saalbau 1978, nachdem vorher eine neue Turnhalle angebaut worden war. Seither leistet sich Boniswil den «Luxus», separate Räumlichkeiten für Sport auf der einen und kulturelle und gesellschaftliche Anlässe auf der andern Seite anbieten zu können. Diesem Umstand solle Sorge getragen werden, wurde später aus der Versammlung erwähnt. Aus diesem Grund – und weil diese Lösung mit Investitionen von über 4 Millionen Franken die teuerste ist – kommt der Neubau einer kombinierten Mehrzweckhalle nicht infrage.
So standen in der rege benutzten Diskussion die beiden Varianten pure Sanierung (160000 Franken) und Revitalisierung (750000 Franken) im Vordergrund. Neben den reinen Investitionskosten wurden auch Unterhaltskosten aufgelistet. Bei allen Möglichkeiten muss mit einer mehr oder minder heftigen Steuerfusserhöhung gerechnet werden.
Neben Vereinsvertretern meldeten sich Bürger zu Wort, die die Kosten-Nutzen-Frage stellten. Wie viel soll in nur wenige Male verwendete Kücheneinrichtungen investiert werden? Hat die Verlegung der Küche auf das Niveau der Halle nur Vorteile oder kann Küchenlärm die gleichzeitige Vorstellung stören? «Die Küche ist der Knackpunkt», fasste ein Bürger die Situation treffend zusammen.
Der finanzielle Aufwand kann gesteuert werden, weil die von Architekt Felix Spuler präsentierte Revitalisierungsvariante in diverse Module gegliedert ist. Trotz der gut gestalteten Auslegeordnung kristallisierte sich keine klare Stossrichtung heraus: Einige favorisierten dies, andere das.
Eine schwierige Aufgabe für die neu von Gemeinderat Rainer Sommerhalder geleitete Arbeitsgruppe. Doch Vorgänger Balmer ist zuversichtlich: «Wir haben viele Reaktionen bekommen und werden diese nun auswerten. Ich bin sicher, dass wir eine gute Lösung finden werden.»



