Übung Feldhase wird auf Eis gelegt

Wird nicht wiederholt: Einfang- und Aussetzaktion für Feldhasen im Gebiet Schlatt im Seetal. Foto: Emanuel Freudiger
Wird nicht wiederholt: Einfang- und Aussetzaktion für Feldhasen im Gebiet Schlatt im Seetal. Foto: Emanuel Freudiger

Seetal: Das Aussetzen von Feldhasen im Rahmen eines Pilotprojektes im Unteren Seetal hat nicht den erhofften Erfolg gebracht. Die Massnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes der Hasen sollen aber weitergeführt werden.

Jäger setzen sich für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität ein. Schliesslich hat Jagen viel mit der Hege und Pflege des Wildtierbestandes zu tun. Dabei müssen auch Rückschläge hingenommen werden. Das gilt etwa für das Feldhasenprojekt im Unteren Seetal. 

Im Rahmen dieses Pilotprojektes sollen die stark gefährdeten Feldhasen wieder angesiedelt werden. Gefördert werden sollen zudem die Feldlerchen. Hinter dem Projekt stehen Jagd Aargau, die Stiftung Wildtiere Aargau, der Kanton Aargau (Sektion Jagd und Fischerei) sowie der Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg-Seetal (LLS). 

Für die wissenschaftliche Begleitung ist der Biologe Darius Weber zuständig. Unterstützt wird das Projekt von lokalen Landwirten.

Drei von vier Hasen gerissen

Leider hatten die Massnahmen zur Förderung der Lebensräume für die Feldhasen wenig Wirkung gezeigt. «Es ist frustrierend», so Werner Werder, der Leiter des Pilotprojekts. «In vielen Gebieten haben wir in den letzten Jahren kaum noch einen Hasen gesehen.» 

Die Projektleitung war daher, zusammen mit Darius Weber, zum Schluss gekommen, den Versuchsrahmen zu erweitern und einheimische Feldhasen auszusetzen. Im letzten Winter sind vier Feldhasen aus dem Freiburger Seeland – versehen mit Ohrmarken und mit Sendern – im Gebiet Schlatt in den Gemeinden Egliswil und Seengen ausgesetzt worden (vgl. Ausgabe vom 6. Februar 2020). 

Der Erfolg hat sich auch mit dieser Massnahme nicht im erhofften Ausmass eingestellt. Von den ausgesetzten Feldhasen – zwei männlichen Tieren, so genannten Rammlern, und zwei Häsinnen – hat nur eine Häsin überlebt. Immerhin hat sie offenbar Jungtiere gesetzt und sich zusammen mit männlichen Hasen eingelebt. Drei der ausgesetzten Tiere sind gerissen worden. Ob sie einem Fuchs oder einem Hund zum Opfer gefallen sind, konnte nicht festgestellt werden. 

Keine weitere Aussetzaktion

Auf Antrag der Projektgruppe Feldhasen und Feldlerchen hat die Stiftung Wildtiere Aargau beschlossen, die vorgesehene Ausdehnung der Feldhasenaussetzaktion im kommenden Winter nicht durchzuführen. Nach Ansicht der Stiftung wäre das nicht zu verantworten. 

Die bisherigen Massnahmen des bis 2023 laufenden Pilotprojektes werden jedoch weitergeführt und beobachtet. Im Vordergrund steht dabei der Getreideanbau mit so genannter «weiter Saat». Mit dieser Anbaumethode soll das Angebot an sicheren Junghasen-Setzplätzen erhöht werden. In Versuchen haben die weiten Saatreihen eine gute Wirkung gezeigt. Die Mindererträge an Getreide werden durch Beiträge entschädigt. 

Inzwischen beteiligen sich im Einzugsgebiet des Pilotprojektes bereits 20 Landwirtschaftsbetriebe mit mehr als 70 Hektaren Getreidefläche an den Fördermassnahmen zu Gunsten der Feldhasen.

«Vielleicht wird sich mit der Zeit doch noch der eine oder andere Feldhase wieder im Schlatt einfinden», hofft Projektleiter Werner Werder.

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