Mit Feuer gegen Frost

Hallwil In der zweiten Aprilwoche wurde es am Morgen jeweils bitterkalt. Mit dem Einsatz von Frostkerzen wurden die Kirschblüten vor dem Erfrieren bewahrt.

Christa Siegrist inspiziert die Kirschblüten.
         
         
            Foto: Andreas Walker

Christa Siegrist inspiziert die Kirschblüten. Foto: Andreas Walker

Sicht von oben auf die Kirschbaumplantage. Im Hintergrund wird die Kaltluft in Form von Nebel deutlich sichtbar. Foto: Andreas Walker

Sicht von oben auf die Kirschbaumplantage. Im Hintergrund wird die Kaltluft in Form von Nebel deutlich sichtbar. Foto: Andreas Walker

Die linke Blüte ist erfroren, sichtbar am schwarzen Blütenstempel im Zentrum, die rechte Blüte ist intakt, die kleine grüne Kirsche ist bereits sichtbar.Foto: Andreas Walker

Die linke Blüte ist erfroren, sichtbar am schwarzen Blütenstempel im Zentrum, die rechte Blüte ist intakt, die kleine grüne Kirsche ist bereits sichtbar.Foto: Andreas Walker

Eine Bauernregel thematisiert den Nachtfrost wie folgt: «Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet leicht der Blütenpracht.»Foto: Andreas Walker

Eine Bauernregel thematisiert den Nachtfrost wie folgt: «Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet leicht der Blütenpracht.»Foto: Andreas Walker

Von weitem bietet sich ein imposanter Anblick. Ein Lichtermeer erstreckt sich über die Kirschbaumplantage in Hallwil.Foto: Andreas Walker

Von weitem bietet sich ein imposanter Anblick. Ein Lichtermeer erstreckt sich über die Kirschbaumplantage in Hallwil.Foto: Andreas Walker

Frostkerzen im Inneren der Plantage.
         
         
            Foto: Andreas Walker

Frostkerzen im Inneren der Plantage. Foto: Andreas Walker

Die ersten Apriltage brachten ausserordentlich freundliches Wetter mit frühlingshaften Temperaturen. Trotzdem – oder gerade deswegen – waren die Nächte immer noch bitterkalt. Die frische Bise, verbunden mit klaren Nächten, sorgte dafür, dass die Temperaturen sehr schnell abkühlten. Am Morgen trat jeweils verbreitet Bodenfrost auf, was für die Blüten der Kirschbäume problematisch wurde, da sie bereits offen waren. Im April wirkt sich der Nachtfrost, der gerade bei klarem Himmel vorkommt, besonders empfindlich auf die neuen Jungpflanzen und Blüten aus. Wolken oder Nebel hingegen reflektieren die Wärmestrahlung vom Boden wieder zurück und wirken deshalb wie ein wärmender Mantel.

Eine Bauernregel thematisiert diesen Sachverhalt wie folgt: «Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet leicht der Blütenpracht.» Damit wird eindeutig ausgedrückt, dass in sehr klaren Nächten – in denen eben der Mond (ohne Wolken) sichtbar ist – die Temperaturen oft unter den Gefrierpunkt fallen.

Viel Arbeit mit Frostkerzen

Die Familie Siegrist Bürgerheim aus Seengen liefert verschiedenes Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Aprikosen, Zwetschgen, Erdbeeren, Himbeeren an Detailhändler oder verkauft sie direkt im Hofladen. Dazu gehören auch 900 Kirschbäume in Hallwil. Christa Siegrist hatte in der zweiten Aprilwoche zusätzlich viel Arbeit, wie sie erläutert: «Von Montag bis Freitag waren vor Sonnenaufgang die Temperaturen jeweils unter null Grad. Deshalb beheizten wir am frühen Morgen die Kirschbaumplantage mit Frostkerzen, damit die Blüten nicht erfrieren.»

Eigentlich wird nicht die Luft grossräumig erwärmt, denn dazu reicht die Energie der Frostkerzen gar nicht aus. Sie bewirken jedoch, dass die Luft aufgequirlt wird und kein ausgeprägter Kaltluftsee in der Plantage entsteht, der örtlich sehr tiefe Temperaturen verursachen kann. Zwar vertragen die Blütenknospen eine Temperatur von bis zu minus 2 Grad. Offene Blüten erfrieren jedoch bereits bei Temperaturen unter null Grad. Die Temperatur in der Kirschbaumplantage wird von einem Sensor laufend auf das Handy von Christa Siegrist übermittelt, sodass sie immer weiss, wann es kritisch wird. Eine kurze Begutachtung der Kirschbäume am nächsten Tag deutet darauf hin, dass die Aktion ein Erfolg war. Christa Siegrist erklärt: «Wie erfolgreich das Heizen mit den Frostkerzen wirklich war, werden wir in zwei bis drei Wochen definitiv beurteilen können. Dann sehen wir, wie viele Jungkirschen wirklich wachsen.» Bis dahin hofft sie, dass es für dieses Frühjahr mit dem Frost endlich vorbei ist.

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