Trotz Regen viel los: Ein Grund lockte viele Besuchende an

Tennwil Am Samstag startete das Arbeiterstrandbad in Tennwil in die neue Saison – inklusive der Vergabe von begehrten Board- und Boot-Plätzen. Dafür kamen einige Interessierte sehr zeitig an den Hallwilersee.
Wer am Saisonstart auf milde Temperaturen und angenehmes Sonnenlicht gehofft hatte, wurde am Samstag gründlich enttäuscht. Mit Regenschirmen und wärmenden Kaffeebechern ausgerüstet standen die Besucherinnen und Besucher morgens beim Kiosk im Arbeiterstrandbad – dort waren Schirme zum Unterstellen aufgestellt. Dennoch herrschte gute Stimmung, schliesslich war die Vergabe der Board-Plätze eine kleine Einstimmung auf den Sommer.
Mehrere Frauen hatten sich an einen Tisch gesetzt und unterhielten sich lachend. «Wir sind hier, um Plätze für unsere SUP-Boards zu mieten», erzählte eine davon. «Um den Wunschplatz zu bekommen, muss man früh hier sein, dafür werden Nummern vergeben.» Dabei wies sie auf ihre Bekannte: «Sie war richtig früh hier, ich kam etwas nach ihr an.» Lachend sagte die Angesprochene: «Mit dem Velo ist es ja nicht weit. Ich war um 5.50 Uhr am Strandbad.» Kurz darauf seien schon die nächsten Interessierten angekommen. Sie alle mieten seit Jahren draussen Plätze für ihre Boards. «Wenn man nicht so gross ist, ist es besser, früh hier zu sein. Da ist die Auswahl besser», führte eine der Frauen aus.
Begehrte Plätze
Die Vorteile des Mietens liegen klar auf der Hand, kein Stress mit dem Transport und dem Aufpumpen. «Man schnappt sich das SUP-Board und ist gleich auf dem See», schwärmte eine der Frauen. Zur netten Runde gesellte sich Leo Peterhans, er war ebenfalls schon sehr früh vor Ort. «Ich habe ein Ruderskiff und miete hier seit fünf Jahren», erläuterte er, lachend fügte er hinzu: «Für meinen Rücken ist ein Platz in der Mitte gut.»
Um 8 Uhr bat Betriebsleiter Marco Fankhauser die Anwesenden zu den Stellplätzen, die Vergabe begann. «Draussen haben wir 50 Board-Plätze zu vergeben», teilte er mit, als er kurz ein wenig Zeit fand. Sehr begehrt seien zudem die Innenplätze: «Davon gibt es 80, da waren aber nur 6 Plätze frei.» Da diese dauerhaft vermietet werden, gebe es nur selten und dazu meist nur wenige neue Mietmöglichkeiten. Kurz nachdem drinnen der letzte Bootsplatz vergeben werden konnte, tauchten noch weitere Interessenten auf. Diese musste der Betriebsleiter enttäuschen: «Aber draussen hat es noch welche.» Schmunzelnd stellte er fest: «Erstaunlich, was hier am Saisonstart immer los ist. Einige sind ja wirklich sehr früh am Strandbad – fast wie früher bei einem Konzert von Michael Jackson.»
Zur neuen Saison konnte er berichten, dass es wieder ein schönes Sommerprogramm geben werde. «Es stehen noch nicht alle Termine fest, aber geplant ist Yoga, eine Lesung und das Badifest», so Marco Fankhauser. «Ausserdem feiern wir in diesem Jahr 90 Jahre Arbeiterstrandbad, da folgen bald die Informationen.»
Am Gestell der SUP- und Surfboards füllte Leo Peterhans inzwischen den Mietzettel aus: «Meinen favorisierten Stellplatz habe ich bekommen.» Auch eine der Frauen von der geselligen Runde machte sich auf den Rückweg. «Ja, ich bin zufrieden», erzählte sie. «Jetzt fehlt nur noch besseres Wetter. Vor ein paar Jahren sind wir am Starttag sogar im Neoprenanzug mit dem Board auf dem See gewesen.» (VSc)