Nicht mehr wegzudenken – 40 Jahre Läsi-Huus

Fahrwangen Das Läsi-Huus in Fahrwangen feiert in diesen Tagen sein 40-Jahr-Jubiläum. Interessanterweise ist es die einzige Schul- und Gemeindebibliothek im Aargau, welche dank eines Wettbewerbs einen Namen hat.

Gemeinderätin Simone Diem und Bibliotheksleiterin Monique Cecuta.Foto:  Verena Schmidtke

Gemeinderätin Simone Diem und Bibliotheksleiterin Monique Cecuta.Foto: Verena Schmidtke

Beste Stimmung verbreitete das Duo Les Papillons.Foto:  Verena Schmidtke

Beste Stimmung verbreitete das Duo Les Papillons.Foto: Verena Schmidtke

Mit einem gelungenen Apéro begannen am Freitagabend die Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag des Läsi-Huus. Anschliessend luden Bibliotheksleiterin Monique Cecuta, ihre Mitarbeiterinnen und Gemeinderätin Simone Diem in den grossen Nebenraum ein. In guter Stimmung blickten beide auf 40 Jahre Bibliotheksgeschichte zurück. Als musikalische Gäste traten Michael Giertz und Giovanni Reber als Les Papillons auf. Mit einem wunderbaren Mix aus Klassik, Rock und Pop an Klavier und Violine begeisterten sie das Publikum, welches sie kaum von der Bühne lassen mochte.

«Gegründet wurde die Bibliothek am 19. Juni 1985 durch die Initiative engagierter Frauen des Frauenvereins Fahrwangen und erhielt den Namen Läsi-Huus», berichtete Simone Diem zur Entwicklung der Einrichtung. «Das Logo wurde von einer Schülerin anlässlich eines Wettbewerbs kreiert.» Diese Schülerin, Malaika Belfor, sei inzwischen Künstlerin, könne aber leider nicht am Jubiläum teilnehmen, teilte Monique Cecuta bedauernd mit.

Viele Veränderungen und viel Engagement

In den ersten Jahren hätten die Mitarbeiterinnen ehrenamtlich gearbeitet oder bestenfalls ein Trinkgeld erhalten, führte die Gemeinderätin weiter aus. An diese Zeit erinnerten sich zuvor in einem Gespräch die ehemaligen Bibliothekarinnen Silvia Balmer und Marie-Louise Lüthi noch gut. Ausserdem habe mit der Zeit ein spannender Perspektivwechsel stattgefunden: «Zunächst ging es eher darum, viele Klassiker in der Bibliothek zu haben. Allmählich verlagerte sich der Fokus stärker auf die Leserinnen und Leser.» Hilfreich sei da die Ausbildung zur Bibliothekarin gewesen – zunächst freiwillig, später verpflichtend. «Da ging es auch um die Frage, wie wird eine Bibliothek attraktiv für Lesende – und für jene, die es werden möchten.» Deswegen werde sehr viel Wert auf die Leseförderung der Kinder gelegt.

Gemeinderätin Simone Diem ging zudem auf die schwierigeren Momente des Läsi-Huus ein. Ende der 1990er-Jahre habe es mehrere Forderungen der Bibliothek an die Gemeinde gegeben – mehr Platz, Computer mit Internetzugang sowie Lohn für die Mitarbeiterinnen. «Und die Trägerschaft sollte vom Frauenverein zur Gemeinde übergehen», führte Diem aus. Allerdings sei die Gemeinde damals darauf nicht eingegangen. Es habe sogar die Schliessung gedroht. «Glücklicherweise haben die Frauen des Frauenvereins nicht aufgegeben», betonte die Gemeinderätin. «Stattdessen lancierten sie das ‹Projekt Läsi-Huus› und beschafften innert dreier Jahre die benötigten Finanzen für Erweiterung und Modernisierung.»

2004 übernahm die Gemeinde schliesslich die Trägerschaft und integrierte die Schulbibliotheken. Bald darauf erfolgte die Festsetzung eines Stundenlohns für die Bibliothekarinnen. Mehrfach sei das Läsi-Huus gezügelt, bis es 2022 seinen Platz im Variel-Schulhaus fand. Nach der Sanierung konnte es 2024 dorthin zurückkehren.

Monique Cecuta informierte, dass heute auf rund 200 Quadratmetern etwa 9000 Medien zur Ausleihe bereitstehen. «Trotz der inzwischen beliebten elektronischen Medien ist die Ausleihe von gedruckten Büchern nicht zurückgegangen», erläuterte sie zufrieden. Sehr stolz sei das Läsi-Huus darauf, eine grosse Vielfalt an Veranstaltungen zu organisieren: «Regelmässige Geschichtenstunden hat es schon sehr früh gegeben und sie sind auch heute noch extrem beliebt.»

Zum Abschluss vergass die Bibliotheksleiterin nicht zu erwähnen: «Am 19. Juni, dem eigentlichen Geburtstag vom Läsi-Huus, feiern wir ein zweites Mal. Um 16.30 Uhr findet eine Geschichtenstunde für Vorschulkinder statt. Anschliessend gibt es Kaffee und Geburtstagskuchen. Es het, solangs het.»

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