Taxito Seetal soll Mobilität verbessern

Seetal Eine Busverbindung zwischen Aargauer und Luzerner Seetal ist an zu hohen Kosten gescheitert. Nun soll im nächsten Jahr stattdessen ein Pilotversuch des Mitfahrsystems Taxito starten.

<em>Schematischer Ablauf: </em>Konzept-Diagramm Mitfahrsystem Taxito. Zeichnung: zvg
<em>Schematischer Ablauf: </em>Konzept-Diagramm Mitfahrsystem Taxito. Zeichnung: zvg

Die Verbesserung der Erschliessung der Gemeinden auf der Achse Hitzkirch–Fahrwangen– Meisterschwanden und Anbindung an die S9 (Lenzburg–Luzern) sowie eine Verbindung nach Muri ist ein strategisches Ziel des kantonsübergreifenden Entwicklungskonzeptes (KEK) Seetal.

Die 2012 erstellte Studie über neue Busangebote auf dieser Achse zeigte jedoch kein ausreichendes Potenzial auf. Als Alternative schlägt daher die Begleitgruppe KEK Seetal die Einführung des Mitfahrsystems Taxito vor und liess vom Planungsbüro Trafiko AG ein Konzept erarbeiten.

Handy und Haltepunkte

«Unser Ziel ist es, die Mobilität der Personen im Seetal zu verbessern, welche nicht mit dem eigenen Auto unterwegs sein wollen oder können», hält die Begleitgruppe KEK Seetal fest. Das Mitfahrsystem Taxito macht mit dem Handy und elektronischen Stelen an Haltepunkten den Individualverkehr öffentlich zugänglich. Taxito ist als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr (öV) und nicht als Konkurrenz zu verstehen.

Im öV-Bericht 2018 bis 2021 des Kantons Luzern, welcher am 19. März 2018 vom Kantonsrat einstimmig zur Kenntnis genommen wurde, ist die Einführung eines Mitfahrsystems im Seetal explizit aufgeführt. Zudem sind finanzielle Mittel dafür vorgesehen.

Die Abteilung Verkehr des Kantons Aargau sieht in Taxito einen Beitrag zur Erprobung alternativer Erschliessungsmöglichkeiten im ländlichen Raum. Zudem lösten das Projekt und die engagierte Zusammenarbeit der beiden regionalen Organisationen Lebensraum Lenzburg Seetal und Idee Seetal positive Impulse für einen effizienten und nachhaltigen Verkehrsmitteleinsatz in der Region Seetal aus.

Gemeinden begrüssen Taxito

Anfang Jahr hat die Begleitgruppe KEK den Gemeindebehörden von Aesch, Bettwil, Fahrwangen, Hitzkirch, Hochdorf, Meisterschwanden und Schongau das Konzept inklusive Kostenteiler vorgestellt und Fragen beantwortet.

Die Begleitgruppe KEK Seetal freut sich, dass die Gemeinden einen dreijährigen Pilotbetrieb begrüssen und bereit sind, einen solchen finanziell mitzutragen, indem sie für die nächsten drei Jahren einen Budgetbetrag von total 9000 Franken pro Gemeinde respektive Taxito-Haltestelle beantragen werden. Vom Kanton Aargau liegt ebenfalls eine Finanzierungszusicherung vor.

Die Verantwortlichen hoffen, dass mit dem Pilotbetrieb Taxito im Sommer 2019 gestartet werden kann. (glr)

Der Konzeptbericht «Taxito Seetal» ist auf den Webseiten von «Lebensraum Lenzburg Seetal» (www.lebensraum-ls.ch) und «Idee Seetal» ( www.idee-seetal.ch) zu finden.

Was ist Taxito?

Mitfahrsystem Taxito ist ein niederschwelliges, spontanes, technik-gestütztes Mitfahrsystem, speziell geeignet für ländliche Regionen. An den Haltestellen mit elektronisch gesteuerten Tafeln kann jede Person, die ein Handy besitzt, ohne Voranmeldung seinen Fahrwunsch an Taxito übermitteln. An der Tafel leuchtet danach die gewünschte Destination auf, welche für jeden vorbeifahrenden Automobilisten sichtbar ist. Dieser kann nun ebenfalls ohne jede Voranmeldung den Fahrgast gegen eine kleine Entschädigung zu seinem Ziel bringen. Noch einfacher geht es mit der App und der Taxito-Vignette für Automobilisten. Registrierte Nutzer können online ein Konto bewirtschaften.

Im Gegensatz zu anderen Sharing-Angeboten ist Taxito dank den Haltestellen-Tafeln («TaxitoPoint») mit Destinations-Anzeige für jeden sichtbar und auch spontan nutzbar. (glr)

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