Statisch gut, aber veraltet: Eine Komplettsanierung solls richten

Birrwil Der Birrwiler Gemeinderat beantragt an der Sommergmeind einen Kredit von 5,1 Mio. Franken für eine umfassende Gebäudesanierung.

Stephan Läuchli,Vizeammann Birrwil.Foto: Rinaldo Feusi

Stephan Läuchli,Vizeammann Birrwil.Foto: Rinaldo Feusi

Das Mehrzweckgebäude muss komplett saniert werden.Foto: Michael Hunziker

Das Mehrzweckgebäude muss komplett saniert werden.Foto: Michael Hunziker

Dass das Mehrzweckgebäude saniert werden muss, ist seit Längerem klar. Der Gemeinderat räumte April 2025 ein: «Was heimische Beobachter schon lange wussten, bestätigte sich.» Der Sanierungsbedarf betrifft das ganze Haus: Turnhalle, Küche, Bühne, Schulzimmer, Sanitäranlagen, Heizung, Lüftung und Elektrik. Die Diskussionen am Infoabend wurden sachlich geführt. Der Bedarf war allen klar.

Vier Varianten – günstig ist keine davon

Nach der Diagnose zur Bausubstanz erarbeitete der Gemeinderat mit Nutzern und der Baureag Architekten AG vier Szenarien: «Mini», «Midi», «Max» und allenfalls ein Neubau. Da die Statik des Gebäudes einwandfrei sei, mache ein Neubau aus Sicht der Exekutive keinen Sinn. «Max» erachtet Vizeammann Stephan Läuchli als die beste Lösung. Das wäre eine umfassende thermische Gesamtsanierung. Sie würde dem Gebäude über 30 Jahre zusätzliche Nutzungsdauer sichern. «Midi» sieht eine Teilsanierung vor. Die Turnhalle bliebe im jetzigen Zustand bestehen. Ebenso die Bühne und die Küche. «Mini» beschränkt sich auf grundlegende Renovationsarbeiten. Diese Variante wäre nur sinnvoll, wenn man in 10 bis 15 Jahren einen Neubau planen würde. Der Neubau würde nach Einschätzung des Gemeinderats und des Finanzkommissionspräsidenten Mauro Mungo 12 bis 16 Mio. Franken kosten. Für «Max» sind 5,1 Mio. Franken geplant, für «Midi» rund 4,15 Mio. Franken und für «Mini» rund 2,5 Mio. Franken.

Zwei Kostenpunkte werden separat bearbeitet

Feuerwehrmagazin und Photovoltaikanlage sind ausgeklammert. Die entsprechenden Pläne müssten je nach Abstimmungsergebnis neu überarbeitet werden. Um das Sanierungsprojekt nicht zu überladen, hat der Gemeinderat zusammen mit der Feuerwehr entschieden, das Feuerwehrmagazin erst nach der Sanierung anzugehen. Einen Blick in die Zukunft wagt Stephan Läuchli trotzdem. Das Magazin ist eng. Aufgrund der Grösse eines neuen Tanklöschfahrzeugs wird ein Vorbau notwendig. Dieser dürfte rund 800000 Franken kosten. Das momentan genutzte TLF hat aber noch eine Nutzungsdauer von 5 Jahren.

Die heutige Dachfläche beträgt 648 Quadratmeter. Somit ist eine PV-Anlage bei einer Sanierung optional, bei einem Neubau obligatorisch. Die Lösungen reichen von Indach- und Aufdachanlagen bis zu einer kompletten Eindeckung oder einer Belegung nur der Südseite. Der Gemeinderat beziffert sie auf 100000 Franken und rechnet mit einer Rückvergütung von knapp 23000 Franken. Wegen der Statik kann sie später nicht mehr installiert werden. Die Anlage muss daher entweder im Rahmen der Sanierung oder bei einem Neubau realisiert werden. Der Strom könnte für das Mehrzweckgebäude und das Schulhaus genutzt werden.

Nach einer symbolischen Schlussabstimmung stach das Projekt «Max» als klarer Sieger hervor. Die Gemeindeversammlung findet am 12. Juni statt.

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