Stacheliger Neujahrsgruss der Bärzeli

Am 2. Januar herrscht jeweils in Hallwil ein wildes Treiben der Bärzeli. Urchige Naturgestalten umarmen die Leute zum Neujahrsgruss, was Glück bringen soll.

Grimmiger «Stachbäumig»: Er kommt mit schwerem, stacheligem Naturkleid daher. Auch seine Umarmung soll Glück bringen. (Fotos: Andreas Walker)

Grimmiger «Stachbäumig»: Er kommt mit schwerem, stacheligem Naturkleid daher. Auch seine Umarmung soll Glück bringen. (Fotos: Andreas Walker)

Neujahrstreiben: Die Bärzeli ziehen durchs Dorf.

Neujahrstreiben: Die Bärzeli ziehen durchs Dorf.

Eine Umarmung vom Hobuspöönig.

Eine Umarmung vom Hobuspöönig.

Keiner zu klein, ein Bärzeli zu sein.

Keiner zu klein, ein Bärzeli zu sein.

Bärzeli-Hauptfiguren: (v.l.) Schnäggehüüslig, Tannreesig, Stächpaumig, Straumaa und Hobuspöönig. Sie bringen mit ihren stachligen Umarmungen Neujahrsgrüsse, was Glück bringen soll.

Bärzeli-Hauptfiguren: (v.l.) Schnäggehüüslig, Tannreesig, Stächpaumig, Straumaa und Hobuspöönig. Sie bringen mit ihren stachligen Umarmungen Neujahrsgrüsse, was Glück bringen soll.

Bevor die grossen Bärzeli herausstürmen und sich unter die Leute mischen, bilden die kleinen Bärzeli den Auftakt. Kinder, die ähnliche Kostüme wie die grossen Bärzeli tragen, machen die Runde in der Turnhalle Hallwil, wo viele Leute gerade das Mittagessen beendet haben und gemütlich zu Kaffee und Kuchen beisammen sind.

Die Kinder-Bärzeli gehen mit einer kleinen Kasse ausgerüstet von Tisch zu Tisch und erhalten von den Zuschauern einen kleinen Obolus.

Grosse Vorbereitung

Gleichzeitig ziehen die grossen Bärzeli ihre Kostüme an, was gar nicht so einfach ist. So wird etwa das schwere stachlige Kleid des «Stächpaumig» mit einem Seil an einem Gestell langsam herunter- gelassen, wobei zwei Helfer assistieren, damit dieses Naturkleid schliesslich vom Träger angezogen werden kann.

Die Bärzeli-Kostüme erfordern jedes Jahr eine grosse Vorbereitung. Bereits im November wird damit begonnen, das Kleid für den «Hobuspöönig» mit neuen Hobelspänen zu bestücken. Auch der dürre «Sraumaa» kann in dieser Zeit schon sein Kostüm kreieren. Die grünen Gestalten – «Stächpaumig» und «Tannreesig» – beginnen jeweils erst ab dem 27. Dezember, an ihren Kostümen zu arbeiten, schliesslich müssen die grünen Naturäste am 2. Januar noch frisch sein. Allein für das Kleid des Hobuspöönig werden jedes Jahr mindestens 100 Stunden aufgewendet.

Um Punkt 14 Uhr rennen die Bärzeli, die aus 15 Burschen aus dem Dorf bestehen, aus ihrem Versteck und beginnen die Leute aufzumischen. Obwohl schlechtes Wetter vorhergesagt war, bleibt es trocken, deshalb sind auch zahlreiche Leute erschienen. Schliesslich soll eine stachlige Neujahrs-Umarmung der Bärzeli Glück bringen. Dabei kann es jedoch passieren, dass sie den Neugierigen mit einer Söiblootere (Schweinsblase) eins überziehen oder sie mit Wasser nass spritzen. Nachdem die Bärzeli durchs Dorf gezogen sind, stürmen sie um Punkt 16 Uhr die Turnhalle und mischen in einem grossen Finale noch einmal die zahlreichen Gäste bei Kaffee, Kuchen, Bier und Wein auf.

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