Sprechende rote Boxen in «neuer» Ausstellung

Schloss Hallwyl Die Dauerausstellung im Seetaler Wasserschloss erfuhr eine «sanfte Erneuerung». Vier ehemalige Schlossbewohner sprechen mit den Besuchern.

<em>Stimmen aus roten Boxen:</em> Hörstation zu Burkart III. im Hinteren Schloss. Foto: tf
<em>Stimmen aus roten Boxen:</em> Hörstation zu Burkart III. im Hinteren Schloss. Foto: tf

Die teilweise fast 20 Jahre alte Dauerausstellung auf Schloss Hallwyl bedurfte einer Anpassung. Sie wurde im Hinblick auf diese Saison «sanft erneuert», wie Museum-Aargau-Direktor Marco Castellaneta an der Vernissage letzte Woche ausführte.

In der rund 800-jährigen Geschichte des Schlosses hinterliessen die verschiedenen Bewohner der Familie von Hallwyl immer wieder Spuren. Diese manifestierten sich in teilweise massiven Aus- und Umbauten. Der Familien- und der Baugeschichte der Hallwyl ist in der neuen, von Lea Schieback kuratierten Dauerausstellung je ein Einstiegsraum im Erdgeschoss des Hinteren Schlosses gewidmet.

Stimmen aus der Vergangenheit

In einem während der rund 8-minütigen Vorführung geschlossenen und dunklen Zimmer wird mit Projektionen die Familiengeschichte erzählt. Dahinter, aber auch vom Innenhof zugänglich, sieht man verschiedene Stationen der Baugeschichte. Das Drücken auf Knöpfe ist hier ausdrücklich erwünscht.

Neben den beiden Einstiegsräumen gibt es vier sogenannte Vertiefungsräume. Ihnen gemeinsam sind rote Boxen, aus denen beim Öffnen von Schauspielern nachgesprochene Stimmen von Johan I., Burkart III., Franziska Romana und Wilhelmina ertönen. Diese Hörstationen geben einen Einblick in das Schlossleben der jeweiligen Epoche.

An der Vernissage erzählte Ausstellungsmacherin Schieback vom nicht immer einfachen Zusammenspielen verschiedener Stellen. Im von Direktor Castellaneta moderierten Podium wurde etwa die in diesem Fall gut gelöste Kooperation mit der Kantonalen Denkmalpflege aufgezeigt.

Gaumenfreuden auch hier

Schloss Hallwyl trägt in diesem Jahr dem Museum-Aargau-Motto «Gaumenfreuden» ebenfalls Rechnung. In der Küche des Hinteren Schlosses kann der Besucher etwa spielerisch Essszenen der jeweiligen Zeit zuordnen.

Wie ungleich die Lebensmittel im 16. Jahrhundert verteilt waren, wird im von Museums-Freiwilligen gespielten Theater «Fischmarkt zu Hallwyl» gezeigt , das am letzten Sonntag Premiere hatte und diese Saison noch 17 Mal auf dem Programm steht.

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