Seon will 8 Millionen in die Schule investieren
Seon In der Gemeinde fehlt es an Schulraum, das kommunizierte der Gemeinderat am Politapéro. Ausserdem braucht es Geld für eine Brückensanierung.

Seit einem Jahrzehnt liegt der Steuerfuss der Gemeinde Seon bei 108 Prozent. Diesen wolle man auch beibehalten, erklärte der Gemeinderat am Politapéro in Seon. Ob dies so möglich ist, wird sich zeigen. Die Gemeinde erwartet Investitionen von über 8 Millionen Franken, einen Grossteil für mehr Schulraum. Die hohe Bautätigkeit im Dorf und die seit Jahren steigenden Schülerzahlen bringen die Schulraumkapazitäten der Gemeinde an ihre Grenzen, erklärte die zuständige Gemeinderätin Christine Iten. «Wir müssen die Situation bis zu Beginn des neuen Schuljahres gelöst haben.» Um mittelfristig mehr Schulraum zu schaffen, entschied sich der Gemeinderat für einen Notkredit, der nicht von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden muss. Dies ist unter anderem möglich, wenn eine zeitliche Dringlichkeit besteht und ein grosser Nachteil droht, wenn die Gemeindeversammlung abgewartet werden muss.
Das Geld wird verwendet, um das alte Seetalschulhaus, das seit Jahren grösstenteils leer steht, wieder für Schulunterricht aufzubereiten. Rund 280000 Franken investiert die Gemeinde in nötige Sanierungen und eine einfache Einrichtung. Die Umsetzung des Projektes soll bereits im Juni abgeschlossen werden. Der Gemeinderat schätzt, dass das Seetalschulhaus für die kommenden drei bis vier Jahren von der Schule genutzt wird.
Gesamtsanierung nicht ganz so einfach
Doch wieso investiert man nicht mehr Geld, um das Seetalschulhaus langfristig wieder auf Vordermann zu bringen? «Der Gemeinderat strebt eine langfristige Lösung an», erklärte Iten. Eine Gesamtsanierung des Schulhauses würde viel Geld kosten, da die Räumlichkeiten mehr als in die Jahre gekommen sind. Zudem steht das Seetalschulhaus heute nicht mehr in einer öffentlichen Zone. Es wäre also eine BNO-Teilrevision vonnöten. Also geht die Suche nach zusätzlichem Schulraum weiter. So oder so wird Seon investieren müssen. Christine Iten rechnet mit Kosten von rund 8 Millionen Franken in den kommenden zwei Jahren.
Mittagstisch wird teurer
Ebenfalls mehr investieren müssen Eltern, deren Kinder am Mittagstisch der Schule teilnehmen. Die Tagesstruktur wird professionalisiert und von der Firma K&F KiTS GmbH übernommen. Das hat seinen Preis: Anstelle der 14 Franken, die die Eltern bis anhin fürs Mittagessen zahlten, werden es neu 20 Franken sein. Das hat einen Grund, wie Gemeindeammann Peter Siegenthaler erklärt: «Bei den bisherigen Berechnungen wurde nur das Essen eingerechnet, nicht die Betreuung.» Ein zweiter Preisaufschlag erfolgt ab Februar, ab dann soll das Mittagsangebot 28 Franken kosten. Für Kinder aus Seon übernimmt die Gemeinde einen Beitrag von 8 Franken. «Personen, die diese Beiträge nicht zahlen können, haben die Möglichkeit, ein Gesuch bei der Gemeinde zu stellen. Wir sind uns auch bewusst, dass es durch diese Erhöhung mehr Gesuche geben kann», erklärte der Ammann. Auf die Frage eines Anwesenden, ob die Firma die Kostenschraube noch mehr anziehen könnte, antwortete Siegenthaler: «Ich hoffe es nicht.»
Eine Grundsatzdiskussion löste die geplante Sanierung der Aabachbrücke an der Reussgasse aus. «2024 haben wir alle Brücken in Seon geprüft, besonders jene, die einen historischen Hintergrund haben», so der zuständige Gemeinderat Otto Walti. Da an der Brücke einige Schäden festgestellt wurden, plante man für das Budget 2026 70000 Franken ein. «Bei einer weiteren Untersuchung 2025 wurde klar, dass das Geld aber nicht reichen wird», so Walti. Aus diesem Grund beantragt der Gemeinderat einen Verpflichtungskredit von 225000 Franken. Das Baugesuch wird bereits vor der Rechtskraft des Verpflichtungskredits aufgelegt, aus einem guten Grund: «Die Arbeiten können nur während der Fischschonzeit zwischen Mai und November ausgeführt werden. Warten wir mit dem Baugesuch ab, müssten wir die Arbeiten auf das kommende Jahr verschieben.» Mit der Sanierung soll die Brücke aus dem Jahr 1816 für gut 50 Jahre wieder befahrbar sein. Ein Anwesender zweifelte an, ob die Sanierung so zielführend sei. Er sei der Meinung, dass die Schäden an der Brücke von der Überlastung vom Schwerverkehr der letzten Jahrzehnte kommen. Dies habe auch ein erstes Gutachten gezeigt, bei dem die Gemeinde interveniert habe. Bis in die 70er-Jahre sei die Brücke für Schwerverkehr aus gutem Grund gesperrt gewesen. Walti hielt dagegen und unterstrich, dass zwei Gutachten bestätigt haben, dass die Brücke auch Schwerverkehr aushalte. Ob die Diskussion noch fortgesetzt wird, wird sich an der Gemeindeversammlung am 25. Juni zeigen.


