Schwanenfreunde schauten beim Schlüpfen der Küken zu

Auf Inspektion: Familie Häfeli begegnet Familie Schwan. Fotos: Alexander Studer

Auf Inspektion: Familie Häfeli begegnet Familie Schwan. Fotos: Alexander Studer

Kurz vor dem Schlüpfen: Das Küken im mittleren Ei hat bereits die Schale geknackt.

Kurz vor dem Schlüpfen: Das Küken im mittleren Ei hat bereits die Schale geknackt.

Bei traumhaftem Wetter fand sich letzten Sonntag eine Hundertschaft Interessierter zur alljährlich stattfindenden Inspektionsfahrt der Schwanennester auf dem Hallwilersee ein. Auf den beiden Schiffen MS Fortuna und Hallwil lauschten die Mitglieder der Schwanenkolonie und Gäste den Worten von «Schwanenvater» Hans Häfeli.

Vier belegte Nester in Boniswil, Aesch, Tennwil und Beinwil am See konnten bestaunt werden. In Boniswil wurden alle Zeugen, wie der Jungschwan langsam die Eierschale durchbrach und sich den Weg in die neue Welt bahnte. Leider konnte das Spektakel wegen des einzuhaltenden Zeitplans nicht bis zum Ende angesehen werden.

Wie Häfeli erklärte, hat sich die Brutzeit infolge der bisher schlechten Witterung verzögert. Die vier belegten Nester, sorgfältig bewacht von den Schwaneneltern, hatten insgesamt 20 Eier. Häfeli meint, dass rund 12 Schwäne schlüpfen werden. Die Brutzeit beträgt nach seinen Angaben rund 32 Tage.

Sehr grosse Schwanenpopulation

War die Inspektionsfahrt früher dazu da, dem Schwanenvater zuzusehen, wie er die Nester von überzähligen Eier befreite, ist heutzutage der ganze Anlass eine gemütliche Bootsfahrt auf dem Hallwilersee. Seit Inkrafttreten des Jagdgesetzes ist eine Steuerung der Schwanenpopulation nicht mehr erlaubt.

Da die Fütterung durch die Schwanenkolonie nicht mehr durchgeführt wird, suchen sich die Höckerschwäne ihre Nahrung auf dem Kulturland, in Wiesen und Weinbergen. Allerdings schätzen die Landwirte den Schwanenkot auf ihren Feldern nicht wirklich. «Es kann nicht sein, dass sich der Schwan zur Nahrungssuche aufs Land begibt», meinte Häfeli. Von Wichtigkeit ist der Hinweis, die Schwäne nicht zu füttern. Eine Population von rund 45 bis 50 Schwänen ist in Ordnung, mehr als diese Anzahl ist für die Umgebung des Hallwilersees zu viel.

Vielleicht findet sich eine Lösung, sind doch Bestrebungen im Gange, diese unbefriedigende Situation einvernehmlich zu beheben. Zu wünschen wäre es, leistet doch die Schwanenkolonie einen grossen Beitrag zum Erhalt der Natur.

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