Schöne Gesänge vertrieben das Gruseln

An der Gespensternacht im winterkalten Schloss Hallwyl war diesmal Musik Trumpf. Drei junge Musiker brillierten mit schauerlichen Gesängen.

Grausliche Lieder im kalten Schloss Hallwyl: An der Gespensternacht der Gesellschaft zum Falken und Fisch musizierten Emanuel Steffen, Gaudenz Werner Wigger und Chiara Kräuchi. Foto: Fritz Thut
Grausliche Lieder im kalten Schloss Hallwyl: An der Gespensternacht der Gesellschaft zum Falken und Fisch musizierten Emanuel Steffen, Gaudenz Werner Wigger und Chiara Kräuchi. Foto: Fritz Thut

Die alljährliche Gespensternacht der Gesellschaft zum Falken und Fisch, dem Förderverein von Schloss Hallwyl, ist einzige Gelegenheit, das Wasserschloss während der Winterpause zu erleben. Zum Traditionsanlass, der heuer zum 13. Mal durchgeführt wurde, konnte Präsident Max-Albrecht Fischer gut 60 Mitglieder, darunter einige neue, begrüssen.

Musik statt Rezitation

Während in früheren Jahren prominente Persönlichkeiten verschiedene schaurige Texte rezitiert hatten, war diesmal die Übungsanlage eine andere: Ein Trio von jugendlichen Musikern und Sängern bot «Galgenlieder, Moritaten und schauerliche Gesänge», wie es in der Einladung hiess.

Chiara Kräuchi (Sopran) aus Niederlenz konnte mit ihren beiden in Aarau wohnhaften Kollegen Gaudenz Werner Wigger (Bass) und Emanuel Steffen (Klavier und Gitarre) die Kälte im ungeheizten Schloss schnell vertreiben. Dies nicht nur, weil nach den ersten beiden Liedern im Entree des Hinteren Schlosses, aus Rücksicht auf die Stimmwerkzeuge der Interpreten, in den Mehrzwecksaal der Schlossscheune disloziert wurde: Das Trio bot eine derart engagierte und hochstehende Vorstellung, dass der gruselige Text von zahlreichen Liedern in den Hintergrund rückte.

Während im ersten Teil von Klassikkomponisten wie Robert Schumann, Franz Schubert, Johan Carl Loewe und Modest Mussorgski vertonte Gedichte über Tod und Leid in vielfacher Ausprägung dominierten, stand der zweite Teil der Gespensternacht im Zeichen eines helvetischen Klassikers.

Mani und Bernhard Matter

«Dr Ferdinand isch gstorbe» machte den Anfang eines Medleys mit Liedern von Mani Matter. Doch, doch, auch der Berner Mundartbarde hat in seinen Texten viel Schauerliches festgehalten, denke man nur an sein Lied über seinen «Urgrossungglen Bärnhard Matter», den Aargauer Gaunerkönig, der bei Lenzburg geköpft worden war.

Zur Gespensternacht gehört, dass sich die Besucher in der Pause bei einem Imbiss aufwärmen können. Diesmal gabs Kürbiscurrysuppe, Weine aus dem Luzerner Teil des Seetals sowie Käse- und Aufschnittplatten.

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