Schmitte Boniswil – ein Industriedenkmal

Der Tag der offenen Tür in der Schmitte Boniswil lockte viele Besucher an. Gegen 100 Personen wollten sich am vergangenen Samstag in Boniswil selber ein Bild machen. Sie benutzten die Gelegenheit, die alte Schmitte von innen zu betrachten.

Tag der offenen Tür: Rolf Urech (links) erklärt den Besuchern die diversen Einrichtungen. Foto: Thomas Moor/Dorfheftli
Tag der offenen Tür: Rolf Urech (links) erklärt den Besuchern die diversen Einrichtungen. Foto: Thomas Moor/Dorfheftli

Und waren überrascht! Der ehemalige Arbeitsplatz von Hans Humbel erzählt einiges über die Dorfgeschichte. Viele Maschinen haben zwar Patina angesetzt, sind aber über die noch intakte Transmissionsanlage voll funktionsfähig.

Der letzte Besitzer der Schmitte, Hans Humbel, baute diese von der einfachen Hufschmiede zur diversifizierten Mechanischen Werkstätte aus. Stolz empfahl er sich auf seinen Briefschaften für den Bau von Metallkochherden und kunstvollen Zäunen. Seine Rüben-Häckselmaschine wollte er gar patentieren lassen. Am Tag der offenen Tür brachte eine Besucherin von Humbel gefertigte Bratspiesse für die private Grillparty mit.

Zeugen alter Handwerkskunst

Ein halbes Dutzend Spezialmaschinen stehen heute noch in der Schmitte und zeugen von der Handwerkskunst Humbels. Alle Maschinen hatte er mit einem einzigen Elektromotor über ein ausgeklügeltes System von Transmissionsriemen angetrieben. Ohne Ruckeln und Husten lief die Anlage zur Freude der vielen Besucher am Tag der offenen Tür.

Es ist also alles da, was es für einen attraktiven Ausstellungsraum braucht: Die alte Technik, die Maschinen und Werkzeuge und – ganz wichtig – die vielen Geschichten dazu. Der Gemeinderat Boniswil hat von Historiker Thomas Frei ein Konzept verfassen lassen, welches mit vertretbarem Aufwand die Schmitte erhalten und erlebbar machen kann. Der Swisslos-Fonds unterstützt das Vorhaben mit 50000 Franken, die Gemeinde will nochmals 50000 Franken dazulegen.

Entscheidung am 21. Mai

Noch droht der Schmitte in Boniswil der Abbruch. Zwar hat die Gemeindeversammlung einem Erhalt und einer sanften Sanierung zugestimmt. Gegen diesen Beschluss wurde jedoch das Referendum ergriffen, welches am 21. Mai an der Urne entschieden wird.

Projektverfasser Thomas Frei meint: «Ein Ja an der Urne sichert die Schmitte und ihre Geschichten für künftige Generationen. Ein wichtiges Stück Identität bleibt erhalten.» Bereits haben sich Freiwillige für 437 Stunden Arbeit zur Reinigung und Instandstellung der Schmitte verpflichtet. (lba)

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