Sarmenstorfer sorgen für Trubel in Wohlen
Am 11. August feiert das Fassadentheater «Morsch» beim Wohler Sternensaal Premiere. Beteiligt sind auch Theaterleute aus Sarmenstorf. Vor und vor allem hinter der Bühne.

«Das sieht aber gut aus, Stefan.» Adi Meyer, Autor und Regisseur von «Morsch», begrüsst den Sarmenstorfer Stefan Hegi nach der zweiwöchigen Proben-Pause mit einem Lächeln, deutet auf den Platz vor dem Sternensaal und nickt anerkennend. Hegi nimmt das Lob von höchster Stelle mit einem Augenzwinkern entgegen. Der diplomierte Architekt und Bühnenbildner ist im sogenannten Kreativteam zuständig für das Bühnenbild.
Besonderheit: Fassadentheater
Für Hegi, der bereits für manche Produktion von Meyer tätig war, hielt «Morsch» einige besondere Herausforderungen bereit. Denn gespielt wird nicht auf einer Bühne im klassischen Sinn. «Morsch» ist ein Fassadentheater. Die Aktion läuft vor dem Wohler Sternensaal und an der Aussenwand des 150-jährigen Gebäudes. Hegis Auftrag: Das in Wirklichkeit intakte Gebäude soll aussehen, als sei es abbruchreif. Der 63-jährige Sarmenstorfer suggeriert diesen Umstand bei den Zuschauern unter anderem mit einem rosaroten Gerüst und gelben Sicherheitsnetzen.
Vor rund einem Dreivierteljahr setzte sich Hegi erstmals mit der Herausforderung «Morsch» auseinander. «Zusammen mit Adi Meyer stand ich vor dem Gebäude und malte mir aus, wie das alles passen könnte.» Dann war klar: Das Stück spielt nicht nur auf dem Platz vor dem Haus, es wird auch drinnen und an der Fassade gespielt. «Die Zuschauer dürfen sich auf ein wirklich spezielles Theaterstück freuen», macht Hegi Werbung in eigener Sache. Interessantes Detail: Was im Innern des Gebäudes abgeht, erfahren die Zuschauer via Bildschirm. Diese Einspieler werden jedoch nicht live gespielt, die Trailer wurden bereits vorgängig aufgenommen.
Stefan Hegi ist bei weitem nicht der einzige Sarmenstorfer, der in der Freiämter Metropole tätig ist. Das Ehepaar Hans und Erika Melliger arbeitet im Produktionsteam mit, Tochter Melanie steht als TV-Reporterin auf der Bühne. Sophie Preisig spielt Svenja, die Tochter eines Hausbesetzers, Nadja Baur Konrad amtet als Regie-Assistentin, Lorenz Hegi ist verantwortlich für die Website und André Konrad arbeitet im Technikteam mit. «Wir haben bereits rund die Hälfte aller 3600 verfügbaren Tickets verkauft», verrät Hans Melliger. Der 60-Jährige war vor 30 Jahren an vorderster Front dabei, als am 24. Oktober 1987 der Verein Sternensaal gegründet wurde. Seither finden pro Theatersaison rund 40 Veranstaltungen statt.
Die Alten sorgen für Stimmung
Zur Geschichte von «Morsch»: In ferner Zukunft ist der Kulturbetrieb im Wohler Sternensaal wegen Überalterung eingestellt. Das geschichtsträchtige Gebäude soll abgerissen werden. Da nimmt eine ungestüme Seniorenbande den Sternensaal in Beschlag. Und sorgt bei den Behörden und im Dorf für Aufruhr. Trubel ist garantiert.
Theater «Morsch»
11. August bis 16. September 2017
Vorverkauf unter www.morsch.ch



