Sarmenstorf startet in die Fasnacht

In Sarmenstorf beginnt die Fasnacht in der Regel am schmutzigen Donnerstag und dauert bis in die frühen Morgenstunden am darauffolgenden Aschermittwoch. Die Fasnachtsgesellschaft Variété startet dieses Jahr vorzeitig, bereits am 12. November, in ihr Jubiläumsjahr. Mit der aus deutschen Landen importierten Fasnachtseröffnung vom 11. November will das Dorf am Lindenberg aber nichts zu tun haben.
Doch «Jez spennits». Getreu diesem Motto, das sie für ihre Jubiläumsfasnacht 2017 kreiert hat, stellt die Fasnachtsgesellschaft Variété zu ihrem 60. Geburtstag alles auf den Kopf. Sie startet am Samstag, 12. November, ab 18 Uhr ins Jubeljahr. Und das nicht mit einem Maskenball, sondern mit dem Fondue- und Racletteplausch in der Mehrzweckhalle. Dieser traditionelle Anlass wurde einst von der Musikgesellschaft ins Leben gerufen und mit Erfolg durchgeführt. Die Musikgesellschaft ist vor zwei Jahren aufgelöst worden, seither kocht die Fasnachtsgesellschaft Variété die Käsesuppe und zeigt damit, dass ihr nicht nur die Narrenzeit, sondern das kulturelle Leben im Dorf allgemein am Herzen liegt. Ein zweiter Auftritt folgt am 17. Dezember. Zum Gratis-Weihnachtsbaum, der von der Gemeinde an jenem Samstagnachmittag auf dem Schulhausplatz abgegeben wird, offerieren die Variétéler Gratis-Glühwein oder Tee mit und ohne Gügs.
Fasnacht ohne Ende
Die beiden Veranstaltungen sind ein Training für das Jubiläumswochenende vom 25./26. Februar 2017. Dann flippen die Variétéler völlig aus und veranstalten eine Fasnacht (fast) ohne Ende. Geplant ist ein Nachtumzug am frühen Samstagabend, danach ist in der Mehrzweckhalle sowie in einem Zelt auf dem Vorplatz buntes Fasnachtstreiben mit Livemusik, DJ und verschiedenen Bars bis in die frühen Morgenstunden angesagt.
Nach dem Aufräumen geht es umgehend an die Vorbereitung für das traditionelle Scheesewagerönne, das am Sonntagnachmittag mit speziellen Jubiläums-Attraktionen über die Marktstrasse geht. Auch danach wird die Mehrzweckhalle wieder zum Treffpunkt für Närrinnen und Narren. «Es ist ein ehrgeiziges Programm, das wir da auf die Beine gestellt haben», sagen OK-Präsident Hausi Köchli und Vereinspräsident Pius Wey, «doch wir wollen unserem gewählten Motto gerecht werden und planen für einmal die total verrückte Fasnacht.»
Die Fasnachtsgesellschaft Variété wurde 1957 von acht angefressenen Fasnächtlern mit dem Ziel gegründet, das alte Brauchtum vorwiegend in der Gemeinde zu pflegen und zu fördern. Von den Gründungsmitgliedern leben noch zwei, die Brüder Alois und Arthur Baur. Der Vereinsname wurde bewusst gewählt, weil die Gesellschaft anfänglich an der Fasnacht jeweils zu eigentlichen Variété-Vorstellungen auf dem Platz vor dem Gasthof zum Wilden Mann einlud und das Publikum mit allerlei Sketches und Schabernack unterhielt.
Diese Variétés gibt es längst nicht mehr. Ein Brauch, der zwei Jahre nach der Gründung eingeführt worden ist, hat jedoch bis heute Bestand – die Mehlsuppe. Um die Bevölkerung für die letzte lange Nacht zu stärken, werden am Fasnachtsdienstag auf einem speziellen Wagen in einem holzbefeuerten Kessi bis zu 350 Liter Mehlsuppe gekocht und im Dorf verteilt. (Toni Widmer)



