Post aus Aarau: 90 Millionen von Kantonalbank, 290 Millionen wegen Ukraine-Krieg
Die Grossratssitzung vom Dienstag dieser Woche startete mit gleich drei Rücktritten. Einer der Rücktretenden ist Thomas Leitch. Er war seit sage und schreibe 1997 Mitglied des Grossen Rates und engagierte sich insbesondere für die Bildung.
Zudem wurden die Grossräte mit der Königin der Sommerfrüchte – mit Kirschen – beschenkt. Nach der Inpflichtnahme eines Fachrichters und eines Mitgliedes des Kuratoriums sowie der Wahl eines Mitglieds für die Kommission Allgemeine Verwaltung startete die Beratung der Geschäfte kurz vor den Sommerferien.
Jahresbericht und Jahresrechnung der Aargauischen Kantonalbank
Ausführlich wurde der Jahresbericht der AKB – unserer Aargauer Kantonalbank – besprochen. Die Votanten von links und rechts haben es mit besonderer Kreativität geschafft, in deren Voten beinahe den gesamten Inhalt der jeweiligen Parteiprogramme als Botschaft zu integrieren.
Einig waren sich bei der Abstimmung alle und so wurde der beantragten Gewinnablieferung von 90 Millionen Franken und der Genehmigung des Jahresberichts zugestimmt.
Zwei Geschäfte zu Auswirkungen des Ukraine-Kriegs
Zwei Geschäfte als Auswirkung zum Ukraine-Krieg, welche inhaltlich die Unterbringung und die Massnahmen im Bereich der Schule und der Betreuung behandeln, gaben verständlicherweise am Nachmittag viel zu reden.
Die votierenden Grossräte lobten insbesondere den grossen und selbstlosen Einsatz der Privatpersonen, welche Flüchtlinge unkompliziert aufgenommen haben. Auch die Funktionäre der Gemeinden und des Kantons wurden für ihre Arbeit gelobt, welche bereits eine weitere Krise zu bewältigen haben.
Da der weitere Kriegsverlauf und damit der Flüchtlingsstrom nur schwer abgeschätzt werden können, jedoch der Unterstützungsbedarf der Flüchtlinge als unbestritten angesehen wurde, stimmten die Mitglieder des Grossen Rats einstimmig der Freigabe von rund 290 Millionen Franken zu. Der Regierungsrat wurde mittels eines FDP-Antrages in die Pflicht genommen, mit den besprochenen Mitteln haushälterisch umzugehen.
Gesellschaftlicher Teil
Die Stadt Aarau hat traditionsgemäss die Mitglieder des Grossen Rats und der Regierung zum Mittagslunch unter freiem Himmel im Schlossgarten eingeladen. Bei grossem Wetterglück konnte über die Partiegrenze hinweg gewitzelt, gelacht und diskutiert werden.