Neue Mehrzweckhalle kommt zuerst

Dürrenäsch An einem Info-Abend orientierte der Gemeinderat über den Stand und weitere Schritte bei der Schulraumplanung. In einer ersten Phase soll nun die Mehrzweckhalle für fast 9 Millionen umgebaut werden.

<em>«Wir haben keinen Zeitdruck»:</em> Gemeindeammann Andrea Kuzma. Foto: Pascal Meier
<em>«Wir haben keinen Zeitdruck»:</em> Gemeindeammann Andrea Kuzma. Foto: Pascal Meier

Die öffentlichen Bauten für Schule und Vereine haben in Dürren- äsch in den letzten Jahren die Wogen oft hochgehen lassen. An Orientierungen und Gemeindeversammlungen dominierten oft Emotionen – und am Schluss stand man ohne Ergebnis da.

Inzwischen hat man die Angelegenheit auf eine rationale Ebene heruntergeholt. Davon konnte man sich an der öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema «Zukunft Schulraum+» überzeugen. Die eigens eingesetzte Kommission orientierte über ihre Arbeit und die Ergebnisse des Gesamtleistungswettbewerbs.

Bewusste Entflechtung

Dabei hat man bewusst die beiden Hauptbereiche getrennt. Einerseits geht es um den Neu- und Umbau der Mehrzweckhalle und andererseits um die Raumbedürfnisse der Schule. Gegenüber den früheren Absichten und Plänen hat man bei der Mehrzweckhalle das Raumprogramm derart angepasst, dass hier keine Schulräume (etwa für Gruppenarbeiten) mehr vorgesehen sind. Auf lange Sicht habe man so zwei weitgehend getrennte Bereiche für Schule und Vereine, wurde am Info-Abend festgehalten.

Das im Wettbewerb siegreiche Projekt der BEM Architekten AG aus Baden und der schaerholzbau AG aus Altbüron als Totalunternehmen sei «ein fast perfektes Modell», so Frau Gemeindeammann Andrea Kuzma. Entsprechend gut wurde der Vorschlag jetzt von der Bevölkerung aufgenommen.

«Alle müssen dahinterstehen»

Mit Hochdruck wird deshalb der Neu- und Umbau der Mehrzweckhalle vorangetrieben. Die Feinarbeiten für die Planung, aber auch für eine politische Kredit-Vorlage folgen in den nächsten Monaten. Andrea Kuzma präsentierte schon jetzt eine Modellrechnung der Kosten. Bei einem Investitionsvolumen von 8,77 Millionen Franken rechnet die Gemeinde Dürrenäsch mit Folgekosten (inklusive Abschreibung) von jährlich über einer halben Million Franken, was aktuell über 21 Steuerprozenten entspricht.

Schon mit diesen offenen Zahlen drückt man den Willen zu völliger Transparenz aus. Wenn weitere Details bekannt sind, soll die Bevölkerung um das Jahresende herum erneut informiert werden. Das Geschäft erachtet man als derart prägend für das Dorf, dass man über den Baukredit an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Frühjahr 2019 beschliessen lassen will.

«Es müssen alle dahinterstehen», ist der Wunsch von Frau Gemeindeammann. Drängen will man sich nicht lassen: «Wir haben keinen Zeitdruck», so Andrea Kuzma.

Mit oder ohne Beck-Bertschi-Haus

Mehr Geduld braucht es für den Schulraum. Für den Schulhaus-Neubau wurden im Gesamtleistungswettbewerb zwei Varianten ausgeschrieben: mit oder ohne Beck-Bertschi-Haus. An der Urne haben die Dürrenäscher Stimmbürger zwar im letzten Herbst den Abbruch des markanten Eckgebäudes beschlossen, doch inzwischen zeigte sich, dass ein Neubau mit Einbezug des Beck-Bertschi-Hauses nicht derart viel teurer zu stehen käme als damals angenommen.

Beim Wettbewerb hat bei beiden Varianten – Neubau mit Rückbau des Beck-Bertschi-Hauses und Umbau und Erweiterung mit Sanierung des Beck-Bertschi-Hauses – das Büro Unit Architekten AG aus Hergiswil NW gewonnen. Gemäss Gemeindeammann Kuzma ist hier je mit einem Investitionsvolumen von etwa 4,5 Millionen Franken und jährlichen Folgekosten von fast 300000 Franken zu rechnen. Dies entspricht etwa 12 Steuerprozenten.

Kein Wunder, wies die einzige kritische Anmerkung an der Orientierungsversammlung auf die finanziellen Konsequenzen für die Gemeinde hin. Bevor jedoch der Gemeinderat mit einem zweiten grossen Kreditbegehren an die Gemeindeversammlung kommt, stehen viele weitere Abklärungen an, etwa über die Zukunft der Schule im Dorf.

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