Mit frischem Wind aus der Sinnkrise
Der Entwicklungsträger «Idee Seetal» ist gezwungen, sich neu auszurichten. In der Verbandsleitung gab es einen Wechsel, der die Zusammenarbeit mit dem Aargau stärkt.

Seit einem Jahr hat die «Idee Seetal», das Luzerner Pendant zum Aargauer Gemeindeverband «Lebensraum Lenzburg Seetal», ein neues Rechtskleid; von einer Aktiengesellschaft wandelte sich der regionale Entwicklungsträger zu einem Gemeindeverband. Der Kanton schrieb dies aus rechtlichen Gründen vor. Das bedeutet unter anderem, dass Seetaler Firmen und Privatpersonen nicht mehr direkt als Aktionäre an Bord sind, sondern bloss noch Gaststatus haben dürfen.
Neben der neuen Rechtsform ist bei «Idee Seetal» auch sonst einiges in Bewegung. Seit Oktober ist mit Cornelius Müller ein neuer Geschäftsführer im Amt. Vor allem aber hat eine vom Kantonsrat beschlossene Mittelkürzung die Idee Seetal in eine Art Sinnkrise gestürzt. Der Sockelbeitrag wird ab 2018 von 230000 auf noch 100000 Franken gestutzt. Damit stellt sich für den regionalen Entwicklungsträger die Frage, welche Aufgaben er künftig wahrnehmen soll – beziehungsweise noch kann.
Hinzu kommt, dass sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Die neue Regionalpolitik des Kantons gesteht der «Idee Seetal» weniger Bereiche zu, in welchen sie aktiv werden kann. Der Kanton wolle keine überproportionale Entwicklung auf Nebenachsen wie dem Seetal, sagte Müller. «Die Fesseln sind eng. Wir müssen deshalb zusammenstehen, alle sind stark gefordert.»
In die Neujustierung von Strategie und Aufgaben der Idee Seetal habe man viel Zeit investiert, sagte Cornelius Müller weiter. Als Kernthemen definiert wurden Raumordnung, Verkehr, Wirtschaft und Tourismus. Hier soll die «Idee Seetal» aus eigener Initiative heraus aktiv werden.
Weber als Brücke in den Aargau
Aufgrund des Rücktritts von Christoph Blum (Hochdorf) wurde eine Ersatzwahl in die Verbandsleitung nötig. Die Delegierten wählten einstimmig Beni Weber aus Beinwil am See zum Nachfolger von Blum. Weber ist seit 2015 CEO des Familienunternehmens Peka-Metall in Mosen. Als Beinwiler, der in Mosen arbeitet, stelle er einen unsichtbaren Vorhang zwischen den beiden Kantonen fest. «Es gibt kaum persönliche Verflechtungen über die Kantonsgrenzen hinaus», sagte der 40-Jährige.
Dieser Spagat sei für seine Firma normal: «Wir sind zum Beispiel Mitglied in der Aargauer und der Luzerner Handelskammer.» Weber plädierte dafür, die Chancen zu nutzen, die sich aus einer Zusammenarbeit zwischen Luzern und dem Aargau ergeben.



