Mit der «Konservi» mehr Kultur für Seon

Morgen Freitag wird in Seon mit einem Jazz-Konzert der Spitzenklasse ein neues Kulturlokal aus der Taufe gehoben. Der Name «Konservi» erinnert an Industriegeschichte.

Zuversicht: Initiant Markus Schamberger auf der Baustelle des Kulturraums Konservi in Seon. Foto: Fritz Thut
Zuversicht: Initiant Markus Schamberger auf der Baustelle des Kulturraums Konservi in Seon. Foto: Fritz Thut

Nach dem gemeindeeigenen «Forum» und dem privaten «Mühlerama» bekommt Seon mit der «Konservi» ein weiteres Kulturlokal. «Wir stören einander nicht», schliesst Markus Schamberger gegenseitiges Konkurrenzieren aus.

Dem Initianten hinter der «Konservi» schwebte von Beginn weg ein Lokal vor, wie man es in der Region noch nicht antrifft. Schamberger, der vor 12 Jahren die auf Bio-Tropfen ausgerichtete Weinhandlung am Küferweg übernahm und sie vor exakt sechs Jahren nach Seon transferierte, schwebte ein Lokal vor mit Veranstaltungsraum, Bühne und Weinbar mit gastronomischem Angebot.

Auf den letzten Drücker

Unmittelbar neben dem Ladenlokal an der Seetalstrasse 2 und mit einem künftig gemeinsam genutzten neuen Haupteingang entstand in den letzten Tagen, um nicht zu sagen Stunden, aus einem frei gewordenen Industrieraum ein nahezu intimer Saal mit Platz für rund 100 Personen.

Wie immer bei solchen Projekten sieht es wenige Tage vor der Premiere noch chaotisch aus: Baumaterial liegt herum, verschiedene Lieferungen harren dem Entpacken. Überall wird gesägt, geschliffen, geschraubt und geschruppt. Doch Markus Schamberger strotzt vor Zuversicht: «Die schlaflosen Nächte sind vorbei», sieht er nun Licht am Ende des Tunnels: «Es kommt gut.»

Start mit Jazz vom Feinsten

Genutzt werden kann die Lokalität für verschiedenartige kulturelle Anlässe. Im Dezember gastiert hier Patrick Frey mit seinem Programm «Dormicum», doch morgen Freitag startet «Konservi – Kultur am Küferweg» mit Jazz vom Feinsten. Das Peter-Schärli-Trio wird begleitet vom weltbekannten Posaunisten Glenn Ferris.

Ist es mehr als Zufall, dass der Hausherr Markus Schamberger selbst ebenfalls die Jazzschule besucht und die Posaune geblasen hat? Für ihn hat in der Region ein Lokal gefehlt, in dem gute Events in einer angenehmen Ambiance mit guten Verpflegungsmöglichkeiten kombiniert werden. Vor den Anlässen in der «Konservi» ist die Weinhandlung länger, bis 19.30 Uhr, geöffnet. Ab 18 Uhr läuft der Barbetrieb mit Küchenangebot. Und auch da gibt es mehr als Hotdog. Für das kulinarische Angebot ist ein pensionierter, früher mit Gault-Millau-Mützen dekorierter Koch zuständig.

Ehemalige Konservenfabrik

«Das Angebot muss rund sein», so die Parole von Markus Schamberger. Er selbst ist zusammen mit Steffi Keller und Monika Schärer verantwortlich für das Programm. «Wir wollen langsam rauffahren im ersten Jahr», so seine Idee. Denkbar seien neben den offiziellen Events auch «offene Bühnen», etwa für Talente. Möglich ist auch, dass die Bar regelmässig an den Wochenenden geöffnet hat.

Zudem kann man die Räumlichkeiten auch mieten. Der Name «Konservi» erklärt sich aus der früheren Verwendung des gesamten Areals: Im Nachgang zur Gründung der Seetalbahn kam es hier 1890 zur Gründung der «Conservenfabrik Seethal». Diese wurde zwar 1926 von der Hero im benachbarten Lenzburg geschluckt, doch lief die Produktion in Seon bis nach dem Zweiten Weltkrieg weiter. Nachher verwandelte sich die «Conservi» verübergehend in eine «Couveri», ehe sie heutzutage vielen Gewerbebetrieben Raum bietet.

Nun soll also die «Konservi» kulturaffines Publikum anlocken. «Mein Ziel ist es», so Initiant Schamberger, «dass wird zu einem etablierten Geheimtipp werden, weil wir etwas bieten, das man so noch nicht kennt.»

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