Marielle Furter setzt sich in Senegal für die Kleinsten ein

Eine ehemalige Kindergärtnerin aus Meisterschwanden engagiert sich für den Aufbau von Kindergärten im Süden Senegals. Nach dem ersten erfolgreichen Projekt folgt nun 2017 das zweite, dafür erntet sie auch in der Schweiz Anerkennung.

Die ehemalige Kindergärtnerin in ihrem Element: beim Unterricht mit Kindergartenkindern in Niaguis. (Fotos: zvg)

Die ehemalige Kindergärtnerin in ihrem Element: beim Unterricht mit Kindergartenkindern in Niaguis. (Fotos: zvg)

Prämierung: Das zweite Kindergartenprojekt von Marielle Furter wurde am NAB-Charity-Award prämiert.

Prämierung: Das zweite Kindergartenprojekt von Marielle Furter wurde am NAB-Charity-Award prämiert.

Viele Spielsachen, die für uns selbstverständlich sind, mussten die Kinder in Niaguis zuerst kennenlernen.

Viele Spielsachen, die für uns selbstverständlich sind, mussten die Kinder in Niaguis zuerst kennenlernen.

Projektinitiantin Marielle Furter mit ihren Schützlingen und den Lehrpersonen. Im Hintergrund der fertiggestellte Kindergarten in Niaguis.

Projektinitiantin Marielle Furter mit ihren Schützlingen und den Lehrpersonen. Im Hintergrund der fertiggestellte Kindergarten in Niaguis.

Der Samstag, 19. November, war für Marielle Furter, ehemalige Kindergärtnerin aus Meisterschwanden, ein grosser Moment. An der NAB-Gala durfte sie für ihr zweites Kindergartenprojekt in Casamance im Süden von Senegal 29500 Franken entgegennehmen. Insgesamt wurden drei grosse Projekte und zehn kleinere Projekte mit insgesamt 40000 Franken für die Förderung und Umsetzung im 2017 prämiert. «Es ist wunderbar, mit diesem grossartigen Betrag den zweiten Kindergarten finanziell gesichert zu wissen», freute sich Furter. Die Prämierung zeige ihr «Wertschätzung für die geleistete Arbeit und entgegengebrachtes Vertrauen». Dem geplanten Baustart Ende 2017 für den Kindergarten in der Region Casamance steht nun nichts mehr im Weg. Die Bau- und Planungskosten von rund 60000 Franken hat Furters Verein kindergardens4senegal dank Spenden und der NAB-Prämierung bereits zusammen. Der zweite von Furter initiierte Kindergarten soll Platz für rund 90 Kinder bieten. Drei- bis Fünfjährige aus rund fünf verschiedenen Dörfern sollen dort voraussichtlich ab Oktober 2018 unterrichtet werden. Derzeit gibt es in der unmittelbaren Region des zweiten geplanten Kindergartens lediglich eine Schule, einen Kindergarten hat es keinen. Wie bereits beim ersten Kindergarten möchte Furter auch den zweiten lange begleiten, bis dieser vollständig vom Staat finanziert werden kann.

Ihr erstes Kindergartenprojekt in Niaguis steht schon fast ganz auf eigenen Beinen. Nur mithilfe von Spendengeldern konnte Furter die Realisierung des 100000 Franken teuren Baus innerhalb von einem Jahr bewerkstelligen (der Lenzburger Bezirks-Anzeiger berichtete). Im geräumigen, aber schlichten Rundbau mit fliessendem Wasser werden seit der Fertigstellung im November 2015 über 100 Kindergartenkinder unterrichtet.

Puzzles, Würfelspiel und Puppenecke

Die ehemalige Kindergärtnerin begleitet die Projekte des Vereins kindergartends4senegal aber nicht nur während des Aufbaus persönlich, sondern auch beim darauffolgenden Kindergartenbetrieb. Den Lehrpersonen kann sie so in der Anfangsphase mit praktischen Inputs unter die Arme greifen. In Niaguis konnte sie beispielsweise verschiedenes Spiel- und Lernmaterial im Unterricht implementieren. Erfahrungen mit Puzzles, Würfelspielen oder themenbezogene Spielecken fehlten etwa den Kindergartenlehrpersonen zu Anfang. «Mittlerweile haben die Beteiligten gute Abläufe reingebracht mit Stundenplänen, festem Programm oder individueller Förderung», erzählt Furter. «Die Kindergärten in Senegal sollen aber nicht eine Kopie von Schweizer Kindergärten werden, sondern afrikanisch bleiben», betont die 52-Jährige. Im Februar 2016 konnte sie die Leitung des Kindergartens in Niaguis an eine von Staat bezahlte Direktorin übertragen. Nur noch gut alle zwei Wochen schaut sie vor Ort noch nach dem Rechten.

Damit blieb genügend Zeit, sich nach neuen Projektmöglichkeiten umzusehen. Schnell sei sie fündig geworden und auch beim zweiten Kindergartenprojekt werde es nicht bleiben. «Es gibt noch einige Dörfer in dieser Region, welche keinen eigenen Kindergarten haben oder wo die noch kleinen Kinder lange Strecken bis ins Nachbardorf zurücklegen müssen.» Marielle Furter wird die Arbeit also noch eine Weile nicht ausgehen.

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