«Historische» suchen Transkiptoren

Seetal: Die Historische Vereinigung Seetal und Umgebung (HVS) sucht Personen, die in Heimarbeit am Computer das Jahrzeitenbuch von Seengen von Jahr 1508 abschreiben.

<em>Gilt es abzuschreiben:</em> Vorstandsmitglied Sarah Caspers zeigt eine Seite aus dem Seenger Jahrzeitenbuch. Foto: Fritz Thut
<em>Gilt es abzuschreiben:</em> Vorstandsmitglied Sarah Caspers zeigt eine Seite aus dem Seenger Jahrzeitenbuch. Foto: Fritz Thut

Zusammen mit der Einladung zur Jahresversammlung erhielten die Mitglieder der «Historischen» einen Aufruf: «Wagen Sie es – machen Sie mit. Tauchen Sie ein in eine andere Zeit.» Damit werden Personen gesucht, die Interesse haben, als Freiwillige Seiten aus dem Jahrzeitenbuch der Kirche Seengen aus dem frühen 16. Jahrhundert abzuschreiben und so der Nachwelt in digitaler Form zu erhalten.

Grundlagen dieses Transkribierens, wie das wortwörtliche Übertragen einer alten Handschrift in ein digitales Dokument heisst, werden den interessierten Freiwilligen am Mittwoch, 23. Mai, ab 18.45 Uhr auf Schloss Lenzburg in einer mehrstündigen Einführung vermittelt. Nachher wird am eigenen Computer gearbeitet; die Quellen werden in Form von digitalen Fotos zugestellt.

Abgaben an die Kirche

Das Jahrzeitenbuch einer Kirche ist «ein Verzeichnis von Abgaben an die Kirche», so HVS-Vorstandsmitglied Sarah Caspers, die als Projektleiterin und Bindeglied zum Museum Aargau wirkt. Da werden nicht nur erfolgte, sondern auch versprochene periodische Abgaben aufgelistet: Dies kann von Spenden für Kerzen und «ewigen Lichtern» bis zu Naturalien und grösseren Beträgen zur Erlangung des Seelenheils gehen.

Die Erfassung der Jahrzeitenbücher ist auch in heutiger Zeit interessant, weil damit gemäss HVS-Präsident Daniel Humbel oft «lokalgeschichtliche Erkenntnisse» gewonnen werden können: «Solche Einträge können etwa Lücken in Familienforschungen schliessen.»

Im Aargau wurden die Jahrzeitenbücher bereits einmal digital erfasst, doch das Exemplar von Seengen von 1508 fehlte. Man vermutet, dies geschah, weil es im Familienarchiv der Familie von Hallwyl in Bern aufbewahrt worden war.

Anmeldung bis 10. Mai an Sarah Caspers, Schloss Hallwyl, 5707 Seengen, Mailadresse sarah.caspers@ag.ch.

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