Glanzvolle Premiere und wetterbedingte Verschiebungen

«Ein Kavaliersdelikt», die neueste Operettencollage des Ensembles «Die Fledermäuse», begeisterte zusammen mit einem feinen Dreigänger am Premierenabend gut 200 Personen im Hof der Wirtschaft Niesenberg.

Idylle pur: Premiere der Operettencollage «Ein Kavaliersdelikt» im Hof der Wirtschaft Niesenberg. Foto: Fritz Thut
Idylle pur: Premiere der Operettencollage «Ein Kavaliersdelikt» im Hof der Wirtschaft Niesenberg. Foto: Fritz Thut

Ein adäquates Menü mit Ochsenherz-Tomaten, Schweinsfilet in Haselnusskruste (oder alternativ Zander-Saltimbocca) und ein bezauberndes Lavendel-Joghurt-Mousse mit pochiertem Pfirsich aus der Küche des idyllisch gelegenen Restaurants Niesenberg auf dem Lindenberg, Gemeinde Kallern. Dazu ein feiner Tropfen im Glas. Und das Ganze garniert mit berückenden Klängen aus bekannten Opern und Operetten.

Dieses Rezept funktioniert auch bei der sechsten Open-Air-Produktion des Operetten-Ensembles «Die Fledermäuse», das von der öffentlichen Hand nicht unterstützt wird, an diesem Ort bestens. Diesmal heisst der musikalische Spass, hinter dem erneut Hanna Matti steht, «Ein Kavaliersdelikt». Die Seengerin ist diesmal Autorin, Regisseurin und steht in einer kleineren Rolle auf der Bühne.

Während unter dem Begriff, der dem Stück den Titel gegeben hat, heute meist Manipulationen im Bereich Steuerhinterziehung gemeint sind, gab es da früher, in der goldenen Operettenzeit, tatsächlich Delikte mit Hand und Fuss, wie Matti in der Begrüssung ausführte.

Starke Stimmen

Schon im zweiten Akt, zwischen Vorspeise und Hauptgang, werden bei der aktuellen Collage die gar nicht so nachdrücklich gehüteten Geheimnisse gelüftet: Die Hausiererin Babette entpuppt sich als verkleidete Herzogin, der Gesangslehrer ist ein Graf und dessen Elevin Laura ist nicht Zieh-, sondern leibliche Tochter des ehemaligen Kavallerie-Obersten. Und die Herzogin natürlich deren Mutter, die dem Obersten nun die Wahrheit präsentiert.

Die verquere Handlung spielt diesmal nur eine Nebenrolle. «Diesmal stand die Musik im Zentrum», sagt Hanna Matti. Erstmals wurden Stücke aus bekannten Opern integriert. Die Evergreens von Rossini, Offenbach, Mozart aber auch Strauss und Millöcker lebten im «Niesenberg»-Innenhof vom ausgesprochen starken Solistenquartett. Jacqueline Oesch (Sopran), Regula Zimmerli (Mezzosopran), Niklaus Rüegg (Bariton) und Raimund Wiederkehr (Tenor) wurden vom von Sabine Bachmann geleiteten Salonorchester La Jalousie begleitet.

Zwei Verschiebungen

Die starken Stimmen begeisterten das Publikum. Die gut 200 Premierenbesucher quittierten den vergnüglichen Abend mit lang anhaltendem Applaus. Während die zweite Vorstellung noch plangemäss durchgeführt werden konnte, wurden die Aufführungen vom Dienstag und von morgen Freitag wegen den Wetterprognosen auf nächsten Sonntag und Montag, 13. und 14. August, verschoben. Sie beginnen um 18.30 Uhr mit einem Apéro. (Reservationstelefon: 0792170635).

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