Gemeindestrukturen koordinieren und damit Ressourcen ideal nutzen

Seon Die Gemeinderäte von Dürrenäsch, Hallwil und Seon luden zur Infoveranstaltung #zämevorwärts. Unter diesem Leitsatz soll ein Zusammenschluss dieser drei Gemeinden eingehend geprüft werden.

Machen sich stark für das Projekt #zämevorwärts: Hans Peter Dössegger, Vroni Merz, Walter Gloor und Berater Peter Weber. Foto: Carolin Frei
Machen sich stark für das Projekt #zämevorwärts: Hans Peter Dössegger, Vroni Merz, Walter Gloor und Berater Peter Weber. Foto: Carolin Frei

Als Podiumsgäste referierten Vroni Merz, Gemeinderätin Dürrenäsch, Walter Gloor, Gemeindeammann Hallwil, Hans Peter Dössegger, Gemeindeammann Seon, und Projektbegleiter Peter Weber, PW Consulting. Gleich zu Beginn der Veranstaltung betonte Hans Peter Dössegger, dass kontroverse Diskussionen im Anschluss an die Präsentation erlaubt seien. Dann zeigte er auf, wie es dazu kam, dass man sich Gedanken darüber machte, wie die Gemeindelandschaft künftig aussehen könnte.

«Bilaterale Gespräche mit Egliswil, Schafisheim und Seengen wurden geführt. Auch Besprechungen mit den Exekutiven der Gemeinden Birrwil, Boniswil, Dürrenäsch, Hallwil, Leutwil und Seon wurden abgehalten», sagte Vroni Merz. Schlussendlich kristallisierte sich ein möglicher Zusammenschluss von Dürrenäsch, Hallwil und Seon heraus.

Mehr Aufgaben mit weniger Geld

«Der Druck auf die Gemeinden nimmt zu. Sie müssen immer mehr Aufgaben bewältigen. Gleichzeitig werden die Sparmassnahmen drastischer», betonte Walter Gloor. Eine mögliche Bereinigung von Gemeindestrukturen gelte es sorgfältig zu prüfen. Fragen wie «Machen die heutigen Strukturen noch Sinn?» oder «Wo liegen Vor- und Nachteile eines neuen Gebildes?» müssen seriös geklärt werden.

«Sobald der Projektierungskredit in Höhe von 240 000 Franken angenommen ist, werden vertiefte Prüfungen vorgenommen», sagt Gloor. Das Projekt soll durch Externe, den Kanton, die Bevölkerung und Facharbeitsgruppen begleitet werden. Die Facharbeitsgruppen werden mit Ressortgemeinderäten, Kommissionsmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitern und Interessenten aus den drei Gemeinden gebildet.

«Ziel ist, die Bereiche Finanzen, Verwaltung, Infrastruktur, Bildung, Kultur und Soziales zu analysieren», sagte Peter Weber. Dazu werden bis zu acht Sitzungen innerhalb der Umsetzungsfrist von zwölf Monaten angesetzt. Der Start der Facharbeitsgruppen ist für den Frühling 2022 angedacht, die Abgabe der Berichte auf März 2023 und die Umsetzungsphase auf 2024/2025. Möglicher Zeitpunkt der Fusion ist der 1. Januar 2026. Der Kanton übernimmt 90000 Franken, sodass schlussendlich pro Gemeinde 50000 Franken berappt werden müssen. Weber wird das Projekt beratend begleiten – er hat einschlägige Erfahrung mit Gemeindefusionen.

Fragerunde wurde genutzt

In der anschliessenden Fragerunde war etwa der künftige Steuerfuss ein Thema, liegen doch die aktuellen zwischen 105 und 127 Prozent. Dazu könne man noch nichts sagen, meinte Dössegger, es gelte aber vor allem, die gebunden Kosten zu reduzieren. Auf die Frage, warum gewisse Gemeinden kein Interesse an einem Zusammenschluss bekundet haben, meinte Dössegger, an Rosinenpicker habe man eben kein Interesse. Und ein Besucher meinte, nachdem die Teilnahme an Gemeindeversammlungen eh verschwindend klein sei, mache es durchaus Sinn, künftig nur noch eine anstelle von drei zu haben.

Man darf gespannt sein, ob der Projektierungskredit an der Gemeindeversammlung am 19. November in Dürrenäsch und am 26. November in Hallwil und Seon angenommen wird.

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