Förderung von «Galerie-Waldrändern»

Der Waldrand südlich des Ausflugrestaurants Guggibad ob Bettwil ist mustergültig: Hier wird gezeigt, wie Waldränder im Rahmen des Landschaftsqualitätsprojekts aufgewertet werden können.

Interessanter Übergang zwischen Wald und Kulturland: Infoanlass über «Galerie-Waldränder» im Rahmen des Landschaftsqualitätsprojekts beim Restaurant Guggibad in Bettwil. Foto: Fritz Thut
Interessanter Übergang zwischen Wald und Kulturland: Infoanlass über «Galerie-Waldränder» im Rahmen des Landschaftsqualitätsprojekts beim Restaurant Guggibad in Bettwil. Foto: Fritz Thut

Seit vorletztem Jahr können sich die Landwirte der Region im Rahmen des Projekts Landschaftsqualität (LQ) zusätzliche Beiträge für Massnahmen zur «Erhaltung und Ergänzung einer vielfältigen, strukturierten Landschaft» sichern.

Konkret werden 18 Massnahmen (mit etlichen Untervarianten) vorgeschlagen, um der Bevölkerung und der Natur einen höheren Wert bieten zu können. Hinzu kommen drei regionsspezifische Massnahmen, die ebenfalls honoriert werden.

Asthaufen und eine Allee

Die Massnahme 19b heisst «Wertvoller Übergangsbereich Wald und Kulturland». Unter dem vereinfachenden Titel «Galerie-Waldränder» luden die LQ-Verantwortlichen der Kerngruppe Regionalplanung des Gemeindeverbandes Lebensraum Lenzburg Seetal interessierte Landwirte und Förster zu einem Info-Anlass beim «Guggibad».

Kerngruppenleiterin Gabi Lauper Richner und Landschaftsberater Victor Condrau lieferten die theoretischen Grundlagen und die direkt Beteiligten ihre Überlegungen. Landwirt Hansueli Aebi bewirtschaftet hier 19 Hektaren. Der aufzuwertende Waldrand liegt auf der Nord- und damit Schattenseite: «Eine Blumenwiese geht hier nicht.»

In Zusammenarbeit mit Förster Markus Eichenberger wurden Massnahmen erarbeitet, die den Anforderungen des Merkblattes 19b entsprechen. Verschiedene Bäume, vor allem Nadelholz, wurden gefällt. Innerhalb des Waldrandes sorgen Asthaufen für zusätzliche Lebens- und Rückzugsräume für Kleingetier. Ein Steinhaufen ist noch geplant. Parallel zum mittlerweile gestuften Waldrand ist bereits eine kleine Allee mit Bergahorn angepflanzt. Guggibadhof-Bewirtschafter Aebi plant zudem – ausserhalb des LQ-Projekts – entlang der Zufahrtsstrasse eine Allee mit 63 Sommerlinden.

100 Teilnehmer als Ziel

Bei den Teilnehmern stiessen die Ausführungen auf reges Interesse, auch wenn bei den Umsetzungsmöglichkeiten Skepsis vorherrschte: Zu rigide sind die Auflagen: So muss Wald und angrenzendes Kulturland den gleichen Eigentümer aufweisen und entlang dem Waldrand muss mindestens ein Trampelpfad verlaufen.

Vielleicht sind die engen Regeln dafür verantwortlich, dass das LQ-Projekt im Gebiet Lenzburg Seetal noch dringend weitere Landwirte sucht, die mitmachen. Ende 2016, nach zwei von drei Jahren, in denen sich die Landwirte anmelden können, haben sich 87 der 161 direktzahlungsberechtigten Betriebe für das LQ-Projekt angemeldet. «Unser Ziel liegt bei 100 Betrieben», so Gabi Lauper.

Vielleicht finden sich nun noch Bauern, die den angrenzenden Forst mit verschiedenen Vorkehrungen in einen «Galerie-Waldrand» verwandeln wollen.

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