«Es bleibt eine Riesensauce»

Schloss Hallwyl Schon bei der Vernissage war die neue Attraktion des Wasserschlosses in Auflösung begriffen. Die Installation Karamellzimmer ist schneller vergänglich als gedacht.

<em>Es tropft bereits:</em> Vernissagegäste mit Künstlerin Ursula Palla im Karamellzimmer auf Schloss Hallwyl. Foto: Fritz Thut
<em>Es tropft bereits:</em> Vernissagegäste mit Künstlerin Ursula Palla im Karamellzimmer auf Schloss Hallwyl. Foto: Fritz Thut

Was sind schon jene 20 Minuten, mit denen die Vernissage zum Karamellzimmer ohne Entschuldigung und Angabe von allfälligen Gründen zu spät begann, verglichen mit der Ewigkeit, die heuer in versteckter Form Thema des Kulturerbejahres ist?

Ebenfalls um solche philosophische Fragen drehte sich das Podiumsgespräch mit Künstlerin Ursula Palla, Marco Castellaneta (Direktor Museum Aargau) und Rudolf Velhagen (Leiter der Historischen Sammlung von Museum Aargau). Der Zwiespalt zwischen Vergänglichkeit und Ewigkeit wurde auf mannigfaltige Art spürbar.

Fliegender Kosmos der Dinge

Eines ihrer Hauptziele sei es, in ihren Werken «die Vergänglichkeit darzustellen», räumte die aus dem Bündnerland stammende und in Zürich lebende Palla ein. Ihre Video-Installation «Ding–Unding», die während dieser Saison auf Schloss Wildegg gezeigt wird, gehört in die gleiche Kategorie.

Da wird ein fliegender «Kosmos der Dinge» an Schlosswände projiziert. Jedes Ding hat übrigens einen Bezug zum Aargau. Palla: «Video ist ein flüchtiges Medium.» Deshalb stellt «Ding–Unding» eine Frage: «Welche Dinge schaffen es ins Museum?» Genau dieser Frage müssen sich der Direktor und der Sammlungsleiter von Museum Aargau tagtäglich stellen. Obwohl Velhagen überzeugt ist, dass «im Alten immer wieder Neues steckt», räumte er ein, dass es beim passionierten und professionellen Sammeln eine Fehlerquote gibt.

Alles fliesst

Konkreter wurde es, als Ursula Palla auf ihr Karamellzimmer zu sprechen kam. Für sie ist geschmolzener Zucker ein ideales Material; es glänzt wie Muranoglas, beinhaltet als früher ausschliesslich der Bourgeoisie vorbehaltene Kolonialware Symbolkraft und erträgt bei der künstlerischen Arbeit keinen Stress.

Die Frage nach der Haltbarkeit des Werks im Hinteren Haus von Schloss Hallwyl liess Palla offen: «Ich weiss es nicht. Es hängt von vielen Faktoren ab. Hier ist es eher feucht, da geht es schneller.» Bei der Besichtigung mit Vernissagegästen konnte man den Karamell-Kronleuchter tropfen sehen. Eines ist für die Künstlerin klar: «Am Schluss bleibt eine Riesensauce.»

Weitere Artikel zu «Seetal-Lindenberg», die sie interessieren könnten

Ab Januar 2027 können Plätze für den «Stillen Wald» erworben werden.Foto: zvg
Seetal-Lindenberg04.11.2026

Letzte Ruhe im Seoner Wald

Seon Ab 2027 bietet Seon mit dem «Stillen Wald» eine naturnahe letzte Ruhestätte im Naturreservat Surberg.
So übermittelten Brieftauben Nachrichten.Foto: Verena Schmidtke
Seetal-Lindenberg04.11.2026

Gefiedertes Personal beim Militär

Meisterschwanden In der Militärsammlung in Meisterschwanden gibt es viele Exponate zu entdecken. Seit dem 1. November läuft die «Sonderausstellung…
Vernissage mit Heimatgefühl: Zusammensein in den neuen Vereinsräumlichkeiten.Foto: zvg
Seetal-Lindenberg04.11.2026

Vierter Jahresanlass vom Nöi Löi

Dürrenäsch Der vierte Jahresanlass des öffentlichen Begegnungs- und Veranstaltungsorts in Dürrenäsch fand unter dem Motto «Vernissage» statt.