Erster Wechsel an der Spitex-Spitze
Wenn morgen Freitag die Mitglieder der Spitex Unteres Seetal in Hallwil zu ihrer GV zusammenkommen, haben sie erstmals ein neues Präsidium zu wählen: Andrea Hollinger löst Beat Koch ab.

Als Fusionsprodukt dreier eigenständiger Vereine entstand 2005 die Spitex Unteres Seetal. «Damals prallten drei Philosophien von drei Organisationen aufeinander», hält der damals gewählte Präsident Beat Koch fest. Nun, zu einem Zeitpunkt, an dem er das Zepter weitergibt, kann Koch konstatieren, dass sich die «drei Teams erfreulicherweise sehr schnell zu einer Einheit gefunden haben».
In den zwölf Jahren während des Kochschen Präsidiums hat sich die Spitex Unteres Seetal extrem entwickelt und gewandelt. Zu Beginn war die Gesundheitsorganisation für 11572 Einwohner in sechs Gemeinden zuständig. Total 37 Mitarbeitende besetzten 8,8 Vollzeitstellen. Heute belegen 37 Mitarbeitende und drei Auszubildende 15,2 Vollzeitstellen, um der gesteigerten Professionalität Rechnung zu tragen.
Administration wuchs stark
Die Einwohnerzahl in den Vertragsgemeinden Boniswil, Dürrenäsch, Egliswil (seit 2011), Hallwil, Leutwil, Seengen und Seon stieg auf 14650. Überproportional gestiegen sind seit der Gründung die Auflagen: «Viele administrative Aufgaben sind dazugekommen, was beispielsweise dazu führte, dass die seit 2009 als Leiterin des in Seon domizilierten Stützpunkts, Annelies Jordi, zur Geschäftsführerin mutierte. «Als Präsident bin ich froh, dass wir immer eine gute Leitung hatten», blickt Koch zufrieden zurück.
Die Aufgaben, die während seiner Amtszeit bewältigt werden mussten, sind vielfältig. Gleich zu Beginn fielen die Bundessubventionen mit der Einführung des neuen Pflegegesetzes weg. Via Leistungsverträge mit den Gemeinden konnte die Finanzierung gesichert werden. Im Einzugsgebiet der Spitex Unteres Seetal halten sich die Pro-Kopf-Beiträge in einem angenehmen Rahmen: «Bei uns sind die Gemeinden gut dran», sagt Kochs designierte Nachfolgerin, die Seoner Gemeinderätin Andrea Hollinger. Die Beiträge machen hier keine Sprünge, was damit zusammenhängt, «dass wir die Spitex wie ein Unternehmen führen», so Koch.
Der Aufbau einer eigenen EDV, die Einführung der Qualitätssicherung und Einführung der Patientenbeteiligung sind weitere Marksteine in Kochs Amtszeit.
Für Nachfolgerin Hollinger ist es wichtig, dass man festhält: «Es geht um den Patienten. Die Leute sollen direkt von der Arbeit der Spitex profitieren.» Aus diesem Grund will die künftige Präsidentin «bei der Administration den Ball möglichst flach halten». Selbst die vielen Auflagen von Bund und Kanton konnten ihr die Vorfreude auf den Präsidentenposten nicht schmälern: «Ich stehe voll und ganz hinter dieser Organisation.»



