Entscheid über das «Becke-Huus»

Beck-Bertschi-Haus: Muss einem neuen Schulgebäude weichen. Foto: zvg
Beck-Bertschi-Haus: Muss einem neuen Schulgebäude weichen. Foto: zvg

Dürrenäsch benötigt Schulräume. Doch die Suche nach dem besten Standort gestaltet sich schwierig. Nun beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 23. Juni, das 134-jährige Beck-Bertschi-Haus abzubrechen.

Der Gemeinderat unterbreitet einen Verpflichtungskredit von 70000 Franken, um das Beck-Bertschi-Haus mitten im Dorfzentrum, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet, zurückzubauen. Die privaten Einfamilienhäuser sind nicht käuflich, mithin gestaltet sich der Spielraum für die Lösung sehr eng. Die Behörde ist nicht zu beneiden.

Ein Blick auf den Situationsplan oder ein Rundgang auf dem Schulhausareal zeigt die Knacknuss auf. An welchem Standort sollen weitere Schul- und Vereinsräume gebaut werden? Begrenzt wird das Areal von der Leutwilerstrasse, der Fuchs-Überbauung, der Lindhübelstrasse und der Sedelstrasse. Entlang dieser Strassen sind öffentliche und private Bauten wie an einer Perlschnur aufgereiht. So das Beck-Bertschi-Haus, das Schulhaus, die Fuchs-Überbauung, die Turnhalle, Einfamilienhäuser und die Gemeindekanzlei. Mittendrin ist das Rasenspielfeld angeordnet, das zudem über dem eingedolten Dorfbach liegt. Entgegen ursprünglichen Absichten soll nun das Beck-Bertschi-Haus einem Gebäude mit Schulraum, Lehrerzimmer und dem Büro für den Schulleiter Platz machen. Dies als Vorgabe für den angelaufenen Gesamtleistungswettbewerb.

Hohe Anforderungen an Neubau

Die kantonale Denkmalpflege findet über das «Becke-Huus» nur lobende Worte. Sie spricht von einem spätklassizistischen Wohnhaus, dessen wohlproportioniertes Erscheinungsbild mit der axialen Gliederung und den sorgfältigen Gestaltungselementen intakt erhalten ist. Es bezeuge den Einfluss des städtisch-bürgerlichen Bauens in der damals weitgehend von Bauernhäusern geprägten Gemeinde. Neben dem Schulhaus und im Dorfzentrum gelegen, nimmt das Gebäude eine wichtige Stellung im Ortsbild ein.

In der laufenden Revision der Ortsplanung ist beabsichtigt, das Beck-Bertschi-Haus als kommunales Gebäude mit Substanzschutz festzusetzen. Nach der Rechtskraft der revidierten Ortsplanung dürfte man das Gebäude also nicht abbrechen, beim Umbau wären strenge Auflagen zu erfüllen. Das sanierungsbedürftige Wohnhaus soll daher nicht unter kommunalen Schutz gestellt werden.

Der Gemeinderat erachtet ein neues Schulgebäude anstelle des Beck-Bertschi-Hauses als die wirtschaftlich günstigste Lösung. Die Schulräume könnten in einem zeitgemässen Standard erstellt werden. «Der Einpassung des Neubaus in das Ortsbild werden wir höchste Priorität beimessen», erklärt Gemeindeammann Andrea Kuzma. Bei Teilen der Dorfbevölkerung dürfte trotzdem Wehmut aufkommen.

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