Eine Woche Arbeit für das Silvesterfeuer

Egliswil Das Dorf begrüsst das neue Jahr traditionsgemäss auf dem Birch im Freien. Jugendliche haben in der Altjahres woche bei teilweise misslichem Wetter wieder ein imposantes Holzgerüst für das Silvester feuer erstellt.

Nach getaner Arbeit: Die Jugendlichen auf dem Egliswiler Silvesterfeuer. Foto: Julian Vögeli

Nach getaner Arbeit: Die Jugendlichen auf dem Egliswiler Silvesterfeuer. Foto: Julian Vögeli

Weit herum sichtbar:  Das Egliswiler Silvesterfeuer loderte stundenlang. Foto: Mirio Kissling

Weit herum sichtbar: Das Egliswiler Silvesterfeuer loderte stundenlang. Foto: Mirio Kissling

Morast und Müdigkeit, schmutzige und durchnässte Kleider und Handschuhe. Doch beseelt vom Willen, der Egliswiler Dorfbevölkerung auf dem Birch in der Silvesternacht ein Treffen beim lodernden Feuer zu ermöglichen, bauten 17 Jugendliche in der Altjahreswoche das Holzgerüst auf.

Damit wird eine Tradition fortgesetzt. Gemeindeammann Ueli Vögeli hat sich eigens um diese Frage gekümmert und einen Hinweis erhalten, dass bereits in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts Schulkinder aus dem Dorf mit dem Sammeln von Holz für den Silvesterbrauch unterwegs waren.

In einem Aufsatz, geschrieben 1942 von einem Egliswiler Schüler, wird das Silvesterfeuer als Brauch in Egliswil umschrieben. In selbem Aufsatz ist festgehalten, dass der Brauch in den Kriegsjahren 1939 und 1940 nicht habe gepflegt werden können, weil das Heizmaterial so teuer und rar geworden sei.

Unterstützung durch Gemeinderat

Die Jugendlichen von Egliswil, «verstärkt» mit einigen Kollegen aus benachbarten Dörfern, haben mit vereinten Kräften ganze Arbeit geleistet. Das Holzgerüst verdient bewundert zu werden. Es misst in der Höhe 11,5 Meter und am Boden betragen die Abmessungen fünf Meter auf fünf Meter.

Die reichlichen Holzstämme und das Astmaterial wurden vom Forstbetrieb Rietenberg angeliefert, ergänzt mit Weihnachtsbäumen aus den Egliswiler Stuben.

Mit einem ausgeklügelten System wurde Holzstamm um Holzstamm hochgezogen. Unter einem Dach mit Sitzgelegenheiten brannte ein Feuer, um sich aufzuwärmen und heissen Tee zu fassen.

Anstelle des bisherigen Wohnwagens verfügt die Mannschaft nun über einen von der Gemeinde geschenkten Baustellenwagen. «Die Gemeinde schätzt und unterstützt die traditionelle Egliswiler Silvesterfeuerkultur und leistet einen Beitrag an die Betriebskosten der organisierenden Jugendlichen», sagt Gemeindeammann Ueli Vögeli.

Ein Corona-Schutzkonzept lag ebenso vor wie die gemeinderätliche Bewilligung des Anlasses.

Vor Mitternacht an Silvester kommt sie hoch, die Egliswiler Dorfbevölkerung, auf den Birch, um beim lodernden Silvesterfeuer auf das neue Jahr anzustossen. Für Begegnungen, um Glückwünsche auszusprechen oder für einen coronakonformen Kontakt. Vielleicht aber auch zur Besinnung, um im neuen Jahr an die Chancen und Möglichkeiten zu glauben oder gar einen Vorsatz zu fassen.

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