Eine göttliche Komödie in Seon

Mit ihrer Theaterinszenierung des Stücks «Irgendwo im Nirgendwo» bringen die Schauspieler der Theatergruppe Seon eine spritzig freche Inszenierung auf die Bühne und laden ein zu einem Theaterabend an der Schwelle von Gut und Böse.

Die Versuchung des himmlischen Paares: Jeannette Huggenberger und Kurt Häsler als Frau Düvell und Herr Engelen in der Produktion «Irgendwo im Nirgendwo» der Theatergruppe Seon. Foto: Stefanie Osswald
Die Versuchung des himmlischen Paares: Jeannette Huggenberger und Kurt Häsler als Frau Düvell und Herr Engelen in der Produktion «Irgendwo im Nirgendwo» der Theatergruppe Seon. Foto: Stefanie Osswald

Gott ist tot – pardon – Markus ist tot. Sein junges Leben endet abrupt mit einer Autofahrt zu seiner Freundin Katrin, noch bevor es so richtig begonnen hat.

Zugegeben: Das klingt nicht grade nach einem Happy-End für den vor Lebensenergie nur so strotzenden Markus Walther. Doch spätestens dort, wo jede andere Geschichte ihr tragisches Ende findet, beginnt es im Theaterstück des Hamburger Drehbuchautors Wolfgang Binder erst so richtig spannend zu werden.

Denn auf dem Weg ins Jenseits versackt Markus bereits im Vorzimmer des Nirgendwo. Und wie immer liegt es in der Hand von Frau Düvell und Herrn Engelen, über das Schicksal des jungen Mannes zu entscheiden. Zwei fragwürdige Vertreter jenseitiger Sphären, die sich über die Frage «Himmel oder Hölle?» einfach nicht einig werden.

Daher wird Markus kurzerhand auf die Erde zurückgeschickt, um dort seine Tugendhaftigkeit unter Beweis zu stellen und sich einer irdischen Läuterung zu unterziehen. Ein göttlicher Auftrag, der alle Erinnerungen an seine bösen Taten binnen 24 Stunden auszutilgen verspricht und ihm einen Platz im Himmel sichert, vorausgesetzt, ihm gelingt es, in dieser Zeit ausnahmslos die Wahrheit zu sagen. Anderenfalls ginge der Fahrstuhl für ihn weit hinab in die Hölle.

Theatralische Höchstform

Das 40-Jahr-Jubiläum liegt zwar schon fast ein Jahr zurück. Doch an Spielfreude und Engagement hat das eingespielte Laienensemble der Theatergruppe Seon seither rein gar nichts eingebüsst.

Im Gegenteil: Bei ihrer insgesamt 41. Theaterrealisierung seit der Gründung im Jahr 1976 laufen die acht Schauspieler gar zu theatralischer Höchstleistung auf und können dabei unter professioneller Regieführung durchwegs aus dem Vollen schöpfen.

Regie führt in diesem Jahr die professionelle Schauspielerin und Kabarettistin Kerstin Schult, die das Ensemble bereits seit Mitte März während rund 40 Proben begleitete. Mit musischem Gespür und dem Blick für Details weiss die quirlige Magdeburgerin mit dem sympathischen Dialekt, für ihr Metier zu begeistern, und holt alles aus den passionierten Laiendarstellern raus.

Hoher Anspruch

«Wir wollen uns als Theatergruppe stets weiterentwickeln und haben bereits vor zwei Jahren einen Kurs im Rahmen einer Weiterbildung bei ihr gemacht», erklärt Kurt Häsler, der die Rolle des Herrn Engelen mimt.

Und auch Schult schätzt das schauspielerische Engagement und die Spielfreude des Theaterensembles ganz besonders. «Man spürt die Leidenschaft aller Beteiligten in jedem Moment. Die Theatergruppe Seon ist eine Truppe mit Schmackes!», freut sich die Regisseurin.

Charmant morbid ist dieser freche Dreiakter um den tollpatschigen Markus, der auf seinem irdischen Bussgang von der einen moralischen Zwickmühle in die nächste stolpert. Die Theatertruppe Seon zeigt während zwei Stunden eine erfrischend süffisante Gratwanderung zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle, ganz dort oben, irgendwo im Nirgendwo. Eine göttliche Komödie.

Spieldaten: Samstag, 28. Oktober, 14 Uhr Kindervorstellung, 20 Uhr Premiere; Mittwoch, 1. November, 20 Uhr; Freitag, 3. November, 20 Uhr; Samstag, 4. November, 20 Uhr, Sonntag, 5. November, 14 Uhr Derniere. – Spielort: Turnhalle Seon. – Vorverkauf: Via Internet www. theatergruppeseon.ch oder telefonisch unter 0762048354.

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