Einbruchgefahr steigt: Polizei gab praktische Hinweise

Meisterschwanden Am diesjährigen nationalen Präventionstag für Einbruchschutz informierte die Kantonspolizei Aargau über wirksame Schutzmassnahmen. Der Polizeiposten im Dorfzentrum Meisterschwanden stiess auf grosses Interesse bei der Bevölkerung.

«Wir wollen die Leute für dieses Thema sensibilisieren», betont Marco Dössegger, Wachtmeister mit besonderer Verantwortung bei der Kantonspolizei Aargau. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Polizei vor allem auf Hotspots – Gebiete, in denen besonders viele Einbrüche verzeichnet wurden. Neu steht nun die Präsenz in den Wohnquartieren im Vordergrund: «Wir sind gespannt», sagt Dössegger. Von Ende Oktober bis Ende März ist das Team der Kriminalprävention ein- bis zweimal pro Woche in verschiedenen Quartieren unterwegs. Ziel ist es, vor Ort auf mögliche Schwachstellen am Eigenheim aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, wo Verbesserungen möglich sind. Zudem führen die Frontpolizisten neu vermehrt nächtliche Fusskontrollen in den Wohngebieten durch. Die verstärkte Visibilität soll einerseits Bürgerinnen und Bürger ansprechen, andererseits potenzielle Täterinnen und Täter abschrecken.

Einbrecher: Wer, wann, wo?

Die im Aargau beobachteten Täterinnen und Täter tragen oft Kapuzenpullover und Sonnenbrille. Die Täterschaft sucht die Hauseigentümer nicht auf, sie wollen nur eines: Geld und Schmuck. Handys und Laptops bleiben häufig zurück, um eine Nachverfolgung zu verhindern. Spontane Einbrecher wissen nicht, ob Beute vorhanden ist oder nicht – doch je einfacher der Zutritt, desto leichteres Spiel. Hausfriedensbruch mit Sachbeschädigung und anschliessendem Diebstahl werde eher von Männern begangen, Einschleichdiebstähle – zum Beispiel durch querstehende Fenster oder offenstehende Türen – verüben laut Dössegger häufiger Frauen. Dabei versuchen die Täterinnen und Täter stets Folgendes zu vermeiden: eine brauchbare Personenbeschreibung, die erkennbare Fluchtrichtung und das Tatfahrzeug. Aus diesem Grund geschehen die meisten Einbrüche während der Dämmerungszeiten – genau genommen zwischen 18 und 18.30 Uhr, da dann die meisten Personen noch nicht zu Hause sind. Am stärksten betroffen im Bezirk Lenzburg sind die Ortschaften Lenzburg und Staufen. Ein Grund dafür ist die schnelle Erreichbarkeit über die Autobahn.

Das passiert danach

Nach jedem Einbruch wird der kriminaltechnische Dienst zur Spurensicherung aufgeboten. Ziel ist es, DNA-Spuren zu sichern – denn Sachbeweise sind das A und O der Ermittlungsarbeit. «Auch wenn die verdächtige Person gefasst wird, wird die Tat meist abgestritten. Fingerabdrücke oder Blutspritzer sind daher die besten Beweisstücke, um den Fall weiterbearbeiten zu können», erklärt Dössegger. «Unsere Aufgabe bei der Strafverfolgungsbehörde besteht darin, die strafrichterliche Behörde mit allen relevanten Informationen im Rapport zu unterstützen.»

So kann man sich gegen Einbruch schützen

Die Polizei betont die Wichtigkeit, sofort zu alarmieren. «Bitte nicht zurückhaltend sein mit der Notrufnummer 117.» Lieber einmal zu viel anrufen als zu wenig – und nicht wegschauen, auch wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob tatsächlich etwas Verdächtiges vorliegt. «Es wird bereits besser, die Hemmschwelle sinkt», so Dössegger. Und doch ist es wichtig, sich im Voraus zu schützen. Es gebe für wenig Geld bereits zahlreiche Möglichkeiten: Alarmanlagen oder Videoüberwachungen wirken abschreckend. Weitere wichtige Punkte zur Erschwerung von Einbrüchen sind: keine unverschlossenen Hauseingangstüren, keine offenen oder gekippten Fenster, ausreichende Beleuchtung, ein geleerter Briefkasten sowie das Wegräumen von Leitern und Werkzeug. Auch die Nachbarschaftshilfe dürfe wieder stärker werden, denn die Anonymität nehme zu. Sollte man sich zur Zeit eines Einbruchs im Haus aufhalten, gilt: laut werden und Licht machen.

«Prävention stufen wir bei der Kapo hoch ein»

Die Kantonspolizei zieht ein deutliches Fazit: Es gibt viel, das Bewohnerinnen und Bewohner tun können, um Einbrechern das Handwerk zu erschweren. Warnen und schützen, um zu verhindern, dass es überhaupt so weit kommt. Die Polizei weist auch auf ihr Angebot der persönlichen Schwachstellenanalyse hin, bei der das Haus auf Einbruchschutz überprüft wird. Die Analyse umfasst elektrotechnische, baulichtechnische sowie organisatorische Massnahmen. Marco Dössegger betont: «Wir dürfen nicht stehen bleiben, sondern müssen raus und vor Ort sein.» (DHu)

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