Ein neuer Dorfladen für Birrwil?

Im Zuge seiner Masterarbeit will Fabian Birrer mittels Umfrage herausfinden, ob ein Dorfladen in Birrwil eine Chance hätte. Die Umfrage-resultate präsentierte er am vergangenen Freitag.

Worum gehts: Fabian Birrer stellt an seiner Präsentation die Rahmenbedingungen vor. Foto: Larissa Hunziker
Worum gehts: Fabian Birrer stellt an seiner Präsentation die Rahmenbedingungen vor. Foto: Larissa Hunziker

Etwa zwanzig Interessierte hatten sich in der Kirchenscheune in Birrwil eingefunden, um Fabian Birrer zu lauschen. Im Rahmen seiner Masterarbeit in sozialer Arbeit hatte er in jeden Birrwiler Haushalt einen Umfragebogen geschickt. Er will herausfinden, ob ein Dorfladen in Birrwil eine Chance hat.

Dazu befragte er die Birrwiler nach ihren Wünschen betreffend Angebot oder Öffnungszeiten oder nach ihrer Bereitschaft, im Dorfladen mitzuhelfen.

Gefahr eines Schlafdorfes

Am vergangenen Freitag präsentierte er die Umfrageresultate. Gleich zu Beginn appellierte Birrer an die Tatkräftigkeit eines jeden: «Wir alle tragen Ideen in uns, um unser Dorf weiterzuentwickeln.» Seit Sommer sei er ein junger Vater und spaziere gerne durchs Dorf. Dabei sei ihm aufgefallen, dass es nur zu Begegnungen mit anderen Eltern, nicht aber mit anderen Bewohnern Birrwils gekommen sei. In seiner Kindheit sei das anders gewesen.

Deswegen ist für ihn die Gefahr da, dass Birrwil ein «Schlafdorf» werden könnte. Ein Dorf also, in dem die Leute alle auswärts arbeiten und ihre Freizeit verbringen und nur zum Schlafen nach Hause kommen. Ein Dorfladen könnte deswegen nicht nur die Nahversorgung, gerade für ältere Leute, garantieren, sondern auch zu einem Begegnungsort werden, der für die soziale Integration wertvoll ist.

Bedürfnis klar ausgewiesen

Fabian Birrer hat 110 ausgefüllte Umfragen erhalten, 36 davon schriftlich und 74 online. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 41 und 65 Jahre alt, wohnen schon über 10 Jahre in Birrwil und besitzen ein Haus.

Bei der Auswertung der Umfrage gelangte Birrer zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einerseits ist der Bedarf eines Dorfladens bei den Befragten klar da. Man hat das Bedürfnis, im Dorf einzukaufen und so etwa lokale Landwirte zu unterstützen.

Andererseits fehlt für viele ein Dorfladen erst dann, wenn sie nicht mehr mobil sind. Zudem ist für die Befragten klar, dass Birrwil zu weitläufig ist, um einen Standort für einen Dorfladen zu finden, der für alle erreichbar ist. Ist der Dorfladen nämlich am See unten, gehen die vom Berg dort nicht einkaufen, umgekehrt wäre es aber genau gleich.

Viele Befragte wünschen sich im Dorfladen eine integrierte Post, einen Bancomaten oder auch eine Kaffee-Ecke. Bei der Unterstützung gibt es Unterschiede. Viele würden den Dorfladen durch gezieltes Einkaufen unterstützen, von einem finanziellen Beitrag mittels Anteilsscheinen möchte aber kaum jemand etwas wissen.

Realisten und Optimisten

Nach der Präsentation eröffnete Fabian Birrer den Workshop. In kleinen Gruppen sollten die Anwesenden darüber diskutieren, wie sie sich einen Dorfladen vorstellen würden. Bei der anschliessenden Präsentation ergab sich ein deutliches Bild. Für viele war klar, dass es ein Dorfladen in Birrwil sehr schwer hätte. Denn wenn es rentieren würde, gäbe es schon längst einen Laden.

Realistisch wäre ein Dorfladen, der nicht kommerziell ist. Klar ist auch, dass man keine Luftschlösser bauen will. Einen Dorfladen hätten nämlich alle gerne, nur scheint ihnen bewusst zu sein, wie steinig der Weg dorthin ist und wie schwierig es sein wird, den Laden rentabel betreiben zu können. Fabian Birrers Fazit am Ende des Abends war dennoch zuversichtlich. Es sei ein Kern von Interessierten vorhanden. Die Zeit werde zeigen, wie es weitergeht.

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