Ein Krimi im Potpourri der Künste
Fahrwangen Der Seetaler Poesiesommer ist dafür bekannt, Literatur, Musik, Malerei, Forschung und Installationen zu verbinden. Gut 20 Gäste genossen am letzten Donnerstag einen solchen Abend.
Das alte Pfarrhaus, heute Atelier von Christiane Hinrichs, war früher Wirkungsort von Dante-Forscher Giovanni Andrea Scartazzini. Sein Schaffen würdigte Pirmin Meier und schuf damit den Übergang zu einem Sonett Dantes, welches Stefano Ghisleri vertont hat. In der Aufführung begeisterten der Komponist am Klavier, Cornelia Masciadri im Gesang und Julian Schnetzler auf dem Cello.
Dichter Ueli Sager widmete sich mit seinen dadaistischen Gedichten der Wirkung von Sprachmelodien. Passt in diese Runde ein Kriminalroman, mag sich manch einer der Gäste im Vorfeld gefragt haben. «Gansabhauet» von Peter Weingartner passte hervorragend.
Der gleichnamige Brauch wird in Sursee zu Fasnachtsbeginn begangen und sorgt in der Gemeinde für Zündstoff. Am Morgen danach wird der Städtlimetzger tot aufgefunden. Wurde er von militanten Tierschützern ermordet? Die Frage blieb unbeantwortet.
Dafür erfreute Peter Weingartner die Zuhörenden mit sorgsam detailreichen Szenen. Die gewählte Sprache tat ihr Übriges. Wie ist er darauf gekommen, einen Krimi zu schreiben? «Das Genre finde ich sehr interessant, weil es meiner Meinung nach offen ist und alles erlaubt. In meinen Krimis können sogar Gedichte ihren Platz finden. Und ohne Humor, Ironie ist für mich alles nichts. Sie zählen für mich mehr als jeder Cliffhänger.»