Ein Hoch auf die Ehrenamtlichen
Mit dem Behörden- und Kommissionsapéro zeigte sich der Gemeinderat Sarmenstorf bei all jenen Ehrenamtlichen erkenntlich, die sich in den Dienst der Dorfgemeinschaft stellen. Grossrätin Renate Gautschy stimmte in ihrem Referat ins Loblied ein.

Sie sind das Schmiermittel, das den ganzen kommunalpolitischen und gesellschaftlichen Apparat im Dorf am Laufen hält: Das Heer der Ehrenamtlichen stellt sich für eine bescheidene Entschädigung oder gar Gottes Lohn in den Dienst der Allgemeinheit. Der Gemeinderat Sarmenstorf wollte es für einmal nicht bei einem feuchten Händedruck belassen und sagte den Freiwilligen mit einem opulenten Behörden- und Kommissionsapéro laut Danke.
Zwischen 50 und 60 Personen leisteten der erstmaligen Einladung des Gemeinderates in die Mehrzweckhalle Folge. Als speziellen Programmpunkt konnte Gemeindeammann Bruno Winkler den Anwesenden ein Referat von Renate Gautschy ansagen. Wenn es im Kanton Aargau jemanden gibt, der fundiert über die ehrenamtliche Gemeindearbeit berichten kann, ist es sicher die Wynentaler FDP-Grossrätin. Gautschy leitet nicht nur seit 2000 als Gemeindeammann die Geschicke von Gontenschwil, sondern sie präsidiert seit einigen Jahren auch die Gemeindeammännervereinigung des Kantons.
Gerade in letzter Funktion arbeite sie «intensiv mit der Regierung zusammen», plauderte Gautschy vor den Sarmenstorfern aus dem Nähkästchen. Viele kantonale Gesetze und Erlasse hätten direkte Auswirkungen auf die Arbeit auf Stufe Gemeinde.
Oft müssten die Gemeindeammänner hier einen wahren Spagat vollbringen: «Wir geraten zwischen Amboss und Polka», leistete sich die Referentin einen lustigen Versprecher.
Die Frage der Entschädigung
Nicht zuletzt dank einer gross angelegten Umfrage bei den Aargauer Gemeinden und den daraus gezogenen Schlüssen kam die Gemeindeammännervereinigung ins Gerede: Nicht überall goutiert wurde etwa die Forderung, die Gemeinderats-Entschädigungen seien massiv zu erhöhen. In einigen Gemeinden sind solche konkreten Vorhaben inzwischen schon gescheitert.
Renate Gautschy verteidigte die dadurch angestossene Diskussion: «In den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Was man nicht wertschätzt, ist nichts wert.» Gerade in kleineren Gemeinden sieht die Referentin noch Handlungsbedarf. «Es hängt nicht alles vom Geld ab, aber alles hängt damit zusammen», hält Gautschy mit Blick auf die veränderten Lebensbedingungen, etwa der zunehmend mobileren Gesellschaft, fest.
Doch das Ehrenamt, auf welcher Stufe auch immer, hat seine positiven Seiten. «Chef-Sein ist ja auch etwas Schönes», so Gautschy: «Man kann enorm viel lernen in einem Amt.» Unser Milizsystem basiert auf dem Einsatz der Freiwilligen. «Ich hoffe, wir finden überall genügend Leute», blickte die Referentin in den Wahlherbst.
Vielleicht lockt als Zusatzlohn nicht nur in Sarmenstorf ein schöner Apéro mit einem motivierenden Referat.



