«Ein Ende des Hallwilerseelaufs war zu keiner Zeit ein Thema»

Hallwilersee Gianin Müller amtet seit 2005 als umsichtiger Pressechef des traditionellen Hallwilerseelaufs. Vor der 48. Austragung blickt der 66-jährige Reinacher zurück auf die schwierigen «Corona-rennen» der vergangenen beiden Jahre. Und voraus auf den diesjährigen Anlass vom Samstag, 15. Oktober.

«Der Hallwilerseelauf ist eine Erfolgsgeschichte»: Passage entlang dem Seeufer kurz vor dem Ziel in Beinwil am See. Foto: Philipp Schmidli

«Der Hallwilerseelauf ist eine Erfolgsgeschichte»: Passage entlang dem Seeufer kurz vor dem Ziel in Beinwil am See. Foto: Philipp Schmidli

Nimmt nicht mehr am Rennen teil: Hallwilerseelauf-Pressechef Gianin Müller. Foto: zvg

Nimmt nicht mehr am Rennen teil: Hallwilerseelauf-Pressechef Gianin Müller. Foto: zvg

Dieses Jahr wieder angesagt: Musikalische Anfeuerung der Hallwilerseeläufer im Hof von Schloss Hallwyl. Foto: Fritz Thut

Dieses Jahr wieder angesagt: Musikalische Anfeuerung der Hallwilerseeläufer im Hof von Schloss Hallwyl. Foto: Fritz Thut

Vor zwei Jahren waren Zuschauer an der Strecke wegen der Pandemie unerwünscht, letztes Jahr kamen nur 3300 Laufbegeisterte. Ihre Freude muss gross sein, dass dieses Jahr wieder ein normaler Hallwilerseelauf durchgeführt werden kann.

Gianin Müller: Ja, das ist so. Wir freuen uns alle sehr, dass die Normalität Einzug gehalten hat.

Wie stark hat Corona sich auf den Hallwilerseelauf ausgewirkt? Gibt es Langzeitfolgen?

Ich darf sagen, dass wir die Pandemie einigermassen gut überstanden haben. Dank der Treue unserer «Stammkunden» und dank der unglaublich solidarischen Arbeit im Vorstand.

2019, also im Jahr vor Corona, verzeichneten Sie 7200 Anmeldungen. In welche Richtung gehen die Schätzungen heuer?

Wir rechnen mit 5500 Läufern. Wenn das Wetter am 15. Oktober stimmt, können es sogar gegen 6000 sein.

Damit wären Sie zufrieden?

Ja, das wäre eine schöne Teilnehmerzahl.

Hat man sich in den vergangenen beiden Jahren eigentlich im Vorstand einmal die Existenzfrage gestellt? Oder anders gefragt: Stand der Hallwilerseelauf einmal vor dem Aus?

Nein, absolut nicht. Ein Ende des Laufs war zu keiner Zeit ein Thema bei uns. Wir konnten ja trotz allem in beiden Coronajahren unseren Anlass durchführen, einfach mit den damals geltenden Auflagen. Und die Leute waren froh, dass sie bei uns für eine kurze Zeit eine Art Normalität geniessen durften.

In zwei Jahren findet der 50. Hallwilerseelauf statt. Wie erklären Sie sich den anhaltenden Erfolg?

Es ist einfach ein faszinierender Lauf um den schönsten See der Schweiz. Wer einmal dabei war, kommt immer wieder. Ich darf aber auch sagen, dass wir immer wieder mal einen Trend gesetzt haben. So liessen wir schon vor vielen Jahren die grossen Teilnehmerfelder in Blöcken starten. Stellen Sie sich vor, wenn 2500 Läufer gleichzeitig auf den Halbmarathon geschickt würden. Wenn die Letzten die Startlinie überqueren, hätten die schon zehn Minuten auf dem Konto. Eine wichtige Entscheidung war auch, dass der Hallwilerseelauf immer mehr zu einem trendigen Event geworden ist, einem Anlass, den man einfach nicht verpassen will.

Laufen Sie selbst immer noch?

Ich nehme am Rennen nicht mehr teil, nein. Wer in der Organisation mitarbeitet, hat keine Zeit für eine Teilnahme.

Aber früher …

Ja, da war ich natürlich ein begeisterter Läufer. Ich war übrigens auch bei der allerersten Austragung im Jahr 1975 dabei und stand zusammen mit 450 anderen Unentwegten an der Startlinie.

In welchem Jahr rannten Sie letztmals um den See?

Eine gute Frage. Ich weiss es beim besten Willen nicht mehr. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass es damals geschneit hat (schmunzelt).

Wagen wir einen Blick in die Zukunft. In zwei Jahren steht ein Jubiläum an.

Der 50. Hallwilerseelauf. Wir sind im Vorstand daran, Ideen für die 2024er-Austragung zu sammeln. Die eine oder andere existiert bereits, verraten wird an dieser Stelle aber nichts.

Der Hallwilerseelauf funktioniert auch deswegen, weil er immer mit der Zeit gegangen ist und stetig weiterentwickelt wurde. Auf welche Neuerungen dürfen sich die Laufbegeisterten in Zukunft freuen?

Sie haben es gut formuliert, wir wollen nicht stehen bleiben. Und darum setzen wir uns im Vorstand jeweils im Winter zusammen und diskutieren mögliche Anpassungen. Der Hallwilerseelauf ist eine Erfolgsgeschichte.

Mit rockigen Tönen durch das Schloss Hallwyl rennen

Rahmenprogramm Erstmals seit 2019 führt der Weg des Hallwilerseelaufs zum Ziel wieder durch das Schloss Hallwyl. Dort wird die Aargauer Rock-Coverband azTon mit ihrem Dampfhammer-Sound für einen zusätzlichen Energieboost bei allen Teilnehmenden des Halbmarathons vor den abschliessenden sechs Kilometern sorgen.

Apropos: Der Start des Halbmarathons, und auch jener des Teamlaufs, erfolgt wieder vom Dorfzentrum von Beinwil am See.

Neu ins Programm aufgenommen wurde der Kurzlauf über fünf Kilometer. Vom Dorfzentrum Beinwil gehts Richtung Mosen. Nach rund zwei Kilometern biegt die Strecke links ab und führt dem See entlang zurück zum Strandbad. «Das ist die ideale Distanz für Einsteiger», sagt Pressechef Gianin Müller.(rubu)

48. Hallwilerseelauf. Samstag, 15. Oktober. Anmeldungen mit 10 Franken Zuschlag über die Anmeldeplattform von Datasport. Am Lauftag ist eine Nachmeldung nicht möglich. – Internet: www.hallwilerseelauf.ch.

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