Dürrenäsch hat ein Platzproblem

In Dürrenäsch fehlt es an Raum. Das Projekt Schulraum+ sieht mehr als eine Verdoppelung der Fläche für Schule und öffentliche Räume vor. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 18,7 Mio.

Das Beck-Bertschi-Haus (ganz rechts) soll zum Schulhaus ungebaut werden und mit dem jetzigen Schulhaus (Mitte) verbunden werden. Im Hintergrund links sieht man die Turnhalle. (MS)
Das Beck-Bertschi-Haus (ganz rechts) soll zum Schulhaus ungebaut werden und mit dem jetzigen Schulhaus (Mitte) verbunden werden. Im Hintergrund links sieht man die Turnhalle. (MS)

Der Primarschule Dürrenäsch mangelt es an Schulzimmern. Mehr schlecht als recht deckt derzeit eine Übergangslösung – ein Provisorium auf dem Pausenplatz – den Bedarf. Auch fehlt es im Dorf an geeigneten Räumlichkeiten für die Dorfvereine. Mit dem Ziel, eine ganzheitliche Lösung für das fehlende Raumangebot zu finden, berief der Gemeinderat im Sommer dieses Jahres eine Arbeitsgruppe ins Leben. Die acht Kommissionsmitglieder aus den Bereichen Schule, Vereinsleben und Lokalpolitik machten sich, mit Unterstützung von zwei Kommunalplanern, Gedanken zu verschiedenen Lösungsansätzen und prüften deren Machbarkeit. Über das Projekt Zukunft Schulraum+ informierte die Kommission und deren Vertreter aus dem Gemeinderat, Gemeindeammann Andrea Kuzma und Vizeammann Stephan Villiger, vergangenen Donnerstag in der gut besuchten Turnhalle. Vizeammann Villiger betonte bereits zu Beginn, dass es sich bei den verschiedenen Varianten um Lösungsansätze handle und noch nichts in Stein gemeisselt sei.

Für die Vergrösserung des Schulraums fasst die Kommission das Beck-Bertschi-Haus ins Auge. Es soll umgebaut und über eine Passerelle mit dem bestehenden Schulhaus verbunden werden. Damit wird Platz für zusätzliche 4 Klassenzimmer und 2 Gruppenräume geschaffen. Die Provisorien auf dem Pausenplatz sollen wegfallen. Auch das Kapitel «Turnhalle» haben die Planer erneut aufgerollt und kamen zum Schluss: Eine Sanierung und eine Vergrösserung sind unumgänglich, um die gängigen Normvorgaben einhalten zu können. Es soll aber finanzierbar sein. Ein Neubau wie in der Vergangenheit werde deshalb im zweiten Anlauf nicht angestrebt. Trotz Abspeckvariante geht die Kommission von Kosten für den Umbau zur Mehrzweckhalle von rund 8 Mio. Franken aus. Zum Vergleich: Das von den Stimmbürgern im Oktober 2013 abgelehnte Neubauprojekt sollte 10 Mio. kosten.

Steuererhöhung unumgänglich

Die Kommission sieht für die Schulhaus- und Mehrzweckhallen-Erweiterung eine Flächensteigerung von je rund 60 Prozent vor. Das ist viel und wird einiges kosten. Die von Gemeindeammann Kuzma vorgelegte Kostenschätzung geht von Projektkosten von insgesamt 18,7 Mio Franken aus. Die drei Bauvorhaben sollen deshalb gestaffelt vonstattengehen. Erste Priorität sieht die Kommission im Um- und Anbau des Beck-Bertschi-Hauses, zweite Priorität in der Turnhalle und dritte Dringlichkeitsstufe erhält die «Sanierung Schulhaus». Damit die Gemeinde die Finanzierung bewerkstelligen könne, seien Steuererhöhungen unumgänglich, betonte Kuzma und führte aus: «Je nachdem, welchen Vorschlägen der Kommission der Souverän folgt, können diese Erhöhungen zwischen 10 und 15% variieren.»

Mitwirkung bis Ende Januar 2017

Diese Ankündigung warf prompt die Frage aus dem Publikum nach der Notwendigkeit der Bauvorhaben auf den Plan. Vizeammann Villiger, zuständig für das Resort Schulwesen, betonte: «Wir wollen in Dür-renäsch eine moderne Schule führen können. Nur so können wir als Wohngemeinde auch attraktiv sein.» Das Mitwirkungsverfahren für das Projekt Schulraum+ läuft noch bis Ende Januar 2017. Erstmals konkret wird es bereits am 26. Januar 2017 an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Die Dürrenäscher entscheiden dann über den Kredit für einen Gesamtleistungswettbewerb für Schulraum+. Im März 2017 ist die Ausschreibung vorgesehen. Läuft alles nach Plan, sollen die Bagger für denUm-/Neubau des Beck-Bertschi-Hauses im Frühling 2019 auffahren.

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