Die zwei Seenger Jungstörche sind ausgeflogen

Seengen Das Storchenpaar in Seengen hat erfolgreich zwei Jungtiere aufgezogen. Mit dem nahenden Herbst werden die Tiere wegziehen.

Damals war die Seenger Storchenfamilie noch zusammen: Mit dem Anflug eines Storches ist die ganze Familie im Horst von Seengen vereint; die beiden Jungtiere sind inzwischen ausgeflogen. Foto: Andreas Walker
Damals war die Seenger Storchenfamilie noch zusammen: Mit dem Anflug eines Storches ist die ganze Familie im Horst von Seengen vereint; die beiden Jungtiere sind inzwischen ausgeflogen. Foto: Andreas Walker

Der Herbst ist bald da und dann sammeln sich Zugvögel, um in Schwärmen den Weg gen Süden anzutreten und in wärmeren Gefilden den Winter zu verbringen. Im Storchenhorst in Seengen sind zwei Jungvögel gross geworden. Auch sie werden bald den Weg in den Süden antreten. Noch sieht man die Vögel auf der Wiese in der Nähe des Horstes nach Nahrung suchen.

Seit 2005 wieder Störche im Seetal

Früher war der Weissstorch ein häufig gesehener Gast im Mittelland, doch ab etwa 1950 blieben die Horste zunehmend leer. Einer der Gründe für das Aussterben war die zurückgehende Nahrungsgrundlage, da immer mehr Flüsse und Bäche verbaut und die Feuchtgebiete trockengelegt wurden.

Martina Schybli, Mediensprecherin der Vogelwarte Sempach, erklärt: «Dank der Gesellschaft Storch Schweiz, welche die Brutpaare zählt, haben wir genaue Daten zur Rückkehr des Weissstorchs im Seetal. 2005 trat zum ersten Mal wieder ein Brutpaar im Seetal auf, nämlich in Baldegg. 2015 waren es bereits 6, 2018 13 und 2020 24 brütende Paare in den Gemeinden des Luzerner und des Aargauer Seetals.» Der Brutbestand in der ganzen Schweiz betrug 2020685 Paare.

Immer mehr Überwinterungen hier

Früher zogen die Weissstörche, die in der Schweiz brüten, via Gibraltar in die Sahelzone oder nach Südspanien. Aufgrund der zunehmend milden Winter überwintern jedoch immer mehr Störche in der Schweiz.

Die jungen Weissstörche bleiben die ersten zwei bis vier Jahre im Süden und kehren erst für ihre erste Brut wieder zurück in den Norden.

Wenn alles normal läuft, wird das Storchenpaar im Frühling wieder im gleichen Horst Eier legen und die Jungen aufziehen. Der Horst wird nur dann gewechselt, wenn sich das Männchen mit einem neuen Weibchen paart oder der Bruterfolg für längere Zeit ausgeblieben ist.

Premiere 1948 in Altreu

Storchensiedlungen 1948 gründete Max Blösch die Storchensiedlung Altreu. Dabei wurden Jungstörche aus Europa, später aus Nordafrika über die Jugendjahre im Gehege behalten und erst mit der Brutreife freigelassen. In den 1960er-Jahren stellten sich erste Erfolge ein und die Vögel vermehrten sich.

Nach und nach entstanden in der Schweiz 24 Aufzuchtstationen. Schliesslich wurde im Herbst 1987 im Murimoos eine Gruppe von 12 Störchen angesiedelt. Die Horstunterlagen wurden sofort in Beschlag genommen und die Störche vermehrten sich Jahr für Jahr. Heute leben etwa 51 Brutpaare im Murimoos. (awa)

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