Die Zukunftsvision für Sarmenstorf sorgte für Gesprächsstoff
Eine Arbeitsgruppe hat sich mit dem Sarmenstorf von morgen befasst. Die Vision und die planerischen Grundlagen stellten die Beteiligten vergangene Woche der Bevölkerung vor.

Die Gemeinde Sarmenstorf beteiligte sich am Pilotprojekt «Fokus öffentlicher Raum». Im Rahmen des Projektes hat ein Begleitgremium, bestehend aus Gemeindevertretern mit Unterstützung eines Planungsbüros und des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, eine Vision für ein Sarmenstorf von morgen erstellt. Ausserdem erarbeitete die Arbeitsgruppe planerische Grundlagen für die Entwicklung, Nutzung und Gestaltung des Dorfzentrums. Der Gemeinderat und die beteiligten Fachinstanzen informierten die Bevölkerung am vergangenen Samstag über den Projektstand.
Konkret befassten sich die Planer mit der Markstrasse zwischen Adlerkreisel und Kirche. «In Zukunft soll die Markstrasse wieder klar als Dorfzentrum erkannt werden», fasste Lukas Schweingruber, Leiter der Planungsgruppe, das entworfene Zukunftsbild zusammen. Dies könne man mit zur Strasse hingewandten Hauseingängen und strassenorientierten Vorgärten erreichen.
Eine Perle von Sarmenstorf
Die Vision entwirft ein Zukunftsbild für Sarmenstorf als weiterhin strassenorientiertes Dorf, aber mit mehr Aufenthaltsqualität. Kernstück der Vision von morgen ist klar der Lindenplatz. Neuralgische Punkte sind aber auch der Adlerkreisel als Tor zum Dorf, das Ensemble Ochsen/Volg und der Abschnitt Lindenplatz bis zum Ochsen. Letzterer macht das Dorf mit 2865 Einwohnern übrigens zu etwas ganz Besonderem. Es ist ein sogenannter Anger, eine Strasse, die gleichzeitig öffentlicher Aufenthaltsraum ist. «Nur wenige Dörfer haben so etwas, der Anger gehört zuden Perlen von Sarmenstorf», hebt Schweingruber den Abschnitt hervor. Hier gebe es viel Potenzial für das Dorf. Ebenfalls Potenzial sieht der Planer beim Lindenplatz. «Die Parkierung befindet sich am schönsten Ort im Dorf, über eine Verlagerung sollte man nachdenken.» Die Arbeitsgruppe schlägt vor, im vorderen Bereich des Lindenplatzes Raum zum Verweilen zu schaffen mit Brunnen, eventuell einem Spielplatz und Bänken und die Parkplätze im hinteren Bereich anzusiedeln.
Der Vorschlag sorgte für zahlreiche Rückmeldungen aus dem Publikum. Eine gute Idee war es für die einen, andere sorgten sich um das Überleben der Geschäfte. Die Drive-in-Situation sei für Volg oder Bäckerei überlebenswichtig, so Voten aus dem Publikum. Gemeinderat Meinrad Baur wies auf die derzeit ungünstige Parkierungssituation auf dem Lindenplatz hin. «Die fehlenden Parkregeln ziehen ungewollt Dauerparkierer an. Dafür wollen wir keinen Platz zur Verfügung stellen», so Baur. Hier setzt der Gemeinderat auch den ersten Schritt zur Umsetzung der Zukunftsvision an. Im Sommer 2017 soll die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung über das neue Parkplatzmanagement befinden.
Das Projekt «Fokus öffentlicher Raum» darf sich aber noch eine Weile hinziehen. «Wir reden hier nicht von heute, morgen oder übermorgen, sondern von einem Sarmenstorf für unsere Kinder», ruft Baur in Erinnerung. Der Zeithorizont des Projekts ist auf 2040 angesetzt, es werden laut Schweingruber aber auch kurzfristige Massnahmen ins Auge gefasst, wie etwa die Parkplätze im vordersten Bereich unter den Linden zugunsten einiger Bänke zu ersetzen.



