Die neue Schulleiterin stellt sich vor
Fahrwangen Im neuen Schuljahr darf die Oberstufe SeReal Fahrwangen eine neue Schulleiterin begrüssen. Schulleiter Adrian Hofer wird im Sommer seinen Ruhestand antreten – das Amt übernehmen wird Susanne Stumpf aus Hallwil. Sie bereichert die Schule Fahrwangen bereits seit über zehn Jahren.

Als Kindergartenlehrperson fand Susanne Stumpf vor 37 Jahren ihren Weg ins Schulsystem. Für sie war klar, dass sie das Schulwesen verlassen würde, wenn sie eigene Kinder bekam. So wechselte sie 16 Jahre später in die Privatwirtschaft und gab sich viele Jahre bei der PostLogistics ein. 2012 setzte Stumpf wieder einen Fuss ins Bildungssystem. Ihre Position im Personalwesen bei der Post gab sie aber erst auf, als sie ihre Stellenprozente freigab, um einem Stellenabbau entgegenzuwirken. Nachdem sie mit Stellvertretungen wiedereingestiegen war, strebte sie eine Weiterbildung an. In der Mitte ihres Studiums zur Schulischen Heilpädagogin wechselte sie an die Schule Fahrwangen. Seitdem ist Stumpf in der Primarschule Fahrwangen als Schulische Heilpädagogin und in der Leitung Förderbereich tätig. Vor fünf Jahren absolvierte sie zusätzlich die Ausbildung zur Schulleiterin an der FHNW.
Susanne Stumpf brachte sich über die Jahre auch in diversen Bereichen ein: als Mitglied der Jugendfestkommission, J.+S. Leiterin, Spielgruppenleiterin, Leiterin Muki-Singen und -Turnen, Schulpflegepräsidentin oder Gemeinderätin. Im Gemeinderat Hallwil wirkte Stumpf elf Jahre lang. Erst als sie Grossmutter wurde und neben ihrer Arbeit regelmässig «Hüeti» übernehmen durfte, reichten die zeitlichen Ressourcen nicht mehr. «Wenn ich etwas mache, dann will ich es richtig machen», so Stumpf. Es sei Zeit gewesen für einen Wechsel.
Enge Zusammenarbeit untereinander
Nachdem Stumpf ihre Schulleitungsausbildung abgeschlossen hatte, wurde die Position der Primarschulleitung Fahrwangen frei. Für sie sei jedoch klar gewesen, dass sie innerhalb des Teams nicht zuerst Mitspielerin und dann Vorgesetzte sein konnte. Mit der offenen Position der Oberstufenschulleitung sah das Ganze anders aus. Im vergangenen August starteten die Real- und die Sekundarschule Fahrwangen als Gesamtoberstufe der Gemeinden Bettwil, Meisterschwanden, Sarmenstorf und Fahrwangen in den umgebauten Räumlichkeiten. Stumpf erklärt, dass eine der bevorstehenden Herausforderungen die Zusammenführung der Teams im neuen Schulstandort Fahrwangen sei. Die Zusammenarbeit soll ressourcenorientiert und stufenübergreifend stattfinden – wie diese genau aussehen wird, sei aber noch nicht final definiert. «Ich will nicht schon zu viel im Voraus wissen, zuerst möchte ich mir mein eigenes Bild machen und dann reagieren», so Stumpf. Vor den Sommerferien werde sie bei den Oberstufenlehrpersonen eine Umfrage machen. Diese umfasse Fragen wie: «Was soll beibehalten werden?», «Wo sehe ich Veränderungspotenzial?», «Wie kann ich mich einbringen?» und so weiter. Anhand der Antworten werde sie sehen, welche Richtung eingeschlagen werden soll.
Persönliche Beweggründe
Als Schulleiterin bewarb sie sich auch deshalb, weil sie sich die Zusammenarbeit mit der Primarschulleiterin sehr gut vorstellen könne. Auch werde es ihr aufgrund ihrer eigenen Erfahrung als Gemeinderätin möglich sein, die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat aus einer anderen Perspektive zu sehen. Stumpf erzählt, dass sie noch einmal eine Herausforderung annehmen wollte – eine Veränderung hätte sie früher oder später gesucht. Dass das persönliche Umfeld stimmt, sei gemäss Stumpf wichtig, wenn man eine solche Aufgabe übernimmt. «Ich muss nichts erzwingen, es muss einfach passen. Und hier hatte ich das Gefühl, dass es der passende Moment ist.»
«Die Kinder zu kennen, ist wichtig, um zu vertrauen»
Vertrauen stehe bei Susanne Stumpf zuoberst. Sei es mit den Kindern, der Gemeinde oder dem Team. Als grossen Vorteil sehe sie, dass sie gut ein Drittel der Kinder bereits aus der Primarschulzeit kenne. Die positiven Rückmeldungen der jetzigen Oberstufenschüler gegenüber ihrer Arbeit seien mitentscheidend gewesen für ihre Bewerbung auf die Stelle. «Eine meiner grössten Motivationen ist, dass ich aus meinem Rucksack noch möglichst viel weitergeben kann», sagt Stumpf. Auch als Mutter konnte sie von ihrer gesammelten Erfahrung weitergeben. Zwei von drei ihrer erwachsenen Töchter arbeiten heute selber als Lehrpersonen. Dies, obwohl sich Stumpf bewusst vom Lehrerberuf distanziert hatte, als die Kinder noch klein waren.
Die Familie sei für Stumpf das Allerwichtigste. Ihre Freizeit verbringe sie auf ihrem neu erworbenen Schiff auf dem Hallwilersee, mit Skifahren oder als leidenschaftliche Camperin in der Natur. Als wichtigste Eigenschaft nennt Stumpf offene und ehrliche Kommunikation. Dies sei – auf Gegenseitigkeit beruhend – das A und O.