Der zweite Kindergarten ist eingeweiht

Meisterschwanden Früher war sie Kindergärtnerin im Dorf. Heute engagiert sich Marielle Furter erfolgreich für den Aufbau von Kindergärten im Süden Senegals. Vor Kurzem wurde ihr zweites Kindergartenprojekt eingeweiht.

<em>Nach der anstrengenden Bauphase folgt der Teil, den Marielle Furter liebt: </em>Die Arbeit mit Kindern und Lehrpersonen. Im Hintergrund der neue Kindergarten in Goudiabya, Senegal. Foto: zvg
<em>Nach der anstrengenden Bauphase folgt der Teil, den Marielle Furter liebt: </em>Die Arbeit mit Kindern und Lehrpersonen. Im Hintergrund der neue Kindergarten in Goudiabya, Senegal. Foto: zvg

Ihre zweite Heimat hat Marielle Furter, ehemalige Kindergärtnerin aus Meisterschwanden, in Afrika gefunden. Seit vier Jahren setzt sie sich im Senegal für den Bau von Kindergärten ein (der Lenzburger Bezirks-Anzeiger berichtete). Ihr zweites Kindergartenprojekt, in Goudiabya, wurde Anfang November feierlich mit einem symbolischen Banddurchschnitt und einem Fest eröffnet. Entstanden ist ein eingeschossiger Gebäudekomplex in Hufeisenform mit drei grossen Klassenräumen, einem Büro, einem Magazin und Toiletten. Der neue Kindergarten bietet Platz für rund 90 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren.

«Jetzt folgt der schöne Teil»

Die Planung umfasste zwei Monate, die reine Bauzeit dauerte von Januar bis Juni 2018. Eine anstrengende Zeit für Marielle Furter mit wenigen Stunden Pause und vielen Stunden Arbeit. Täglich musste sie vor Ort sein, schauen, dass es vorwärtsgeht und alles auf dem richtigen Weg ist. Denn Afrika ist nicht die Schweiz. «Gegenseitiges Verständnis ist nicht einfach und Worthalten ist für Afrikaner auch nicht üblich.» Grundsätzlich sei alles immer anders als geplant, erzählt Furter. Da heisst es dann: flexibel bleiben.

Jetzt folge der schöne Teil der Projektarbeit, sagt Marielle Furter: «Die Arbeit mit Kindern und Lehrpersonen, das ist Erholung für Körper, Geist und Seele.» Darauf freut sich die gelernte Kindergärtnerin.

Wie bereits beim ersten Kindergarten wird sie den zweiten begleiten und mit Lehrpersonen und Inspektoren Ideen austauschen und Weiterbildungen anbieten. Ziel sei es, dass der Kindergarten letztendlich eigenständig und verantwortungsvoll geführt werde. Ihr erstes Kindergartenprojekt hat Marielle Furter in Niaguis im Senegal realisiert. Für den Erfolg der Projekte sei es wichtig, dass die Bevölkerung und die Inspektoren von Anfang an miteinbezogen werden, weiss Furter.

Zuerst einmal auftanken

Die Bau- und die Planungskosten für den Kindergarten in Goudiabya von rund 50000 Franken hat Furters Verein kindergardens4senegal mit Spenden gedeckt. Dank der Präsenz auf der Baustelle und dem Verzicht auf eine Partnerorganisation konnten die Kosten für das zweite Kindergartenprojekt halbiert werden.

Marielle Furter ist zwar glücklich, auch ihr zweites Projekt erfolgreich gemeistert zu haben, aber auch merklich ausgepowert von der Bauphase. «Ich bin nicht sicher, ob ich noch einmal die Kraft und die Zuversicht für ein weiteres Kindergartenprojekt habe», sagt sie. Vielmehr liebäugelt sie derzeit mit Einsätzen im pädagogischen Bereich. «Im sozialen Bereich gibt es hier noch so viel zu tun.»

Trotzdem schliesst sie ein weiteres Kindergartenprojekt nicht aus. «Wer weiss, wenn ich wieder aufgetankt bin und dann wieder die Not an Kindergärten bedenke und genügend Spendengelder geflossen sind, baue ich dann doch weiter.»

Weitere Infos zum Verein und zum Projekt findet man unter www.kindergardens4senegal.org.

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