Der Souverän folgte dem Gemeinderat nicht

Meisterschwanden Für Gesprächsstoff war vorgesorgt. Traktandum 3 der Einwohnergemeindeversammlung mit der Budgetgenehmigung 2025 mit einem Steuerfuss von neu 70 Prozent lockte einen grossen Teil der Bevölkerung in die MZH.

Ueli Haller und Dieter Studer vermochten die Anwesenden nicht zu überzeugen.Foto: ASt

Die vorgängige Ortsbürgergemeindeversammlung konnte Gemeindepräsident Ueli Haller in Rekordzeit durchführen. Die drei Traktanden, Protokoll 13. Juni 2024, Budget 2025 und Verschiedenes waren in kurzer Zeit durch. Danach begrüsste Haller in der vollen MZH die Anwesenden zur Versammlung der Einwohnergemeinde. Sowohl das Protokoll der letztjährigen Versammlung als auch die Revision des Bestattungs- und Friedhofreglements wurden einstimmig angenommen. Das geänderte Reglement kann auf der Webseite der Gemeinde eingesehen werden und wird per 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt. Fahrwangen hat den Änderungen ebenfalls zugestimmt. An Dieter Studer, Gemeinderat und für die Finanzen zuständig, oblag es, die verschiedenen Gründe, die zu einer Steuerfusserhöhung führten, der Bevölkerung zu erklären. Einkommensstarke Steuerzahlende sind nicht mehr im Dorf. Stagnierende Bautätigkeit und die Altersstruktur der Bevölkerung sind weitere Punkte. Steigende Kosten durch die teurere Pflegefinanzierung, strengere gesetzliche Anforderungen im Verwaltungsbereich und längere, nicht aufschiebbare Investitionen wie Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Eggen würden die Gemeinde in den nächsten Jahren Millionen kosten. Dass Studers Erklärungen zum erhöhten Steuerfuss Reaktionen bei den Anwesenden auslösten, versteht sich von selbst. Bemängelt wurden unter anderem der grosse Personal- und Sachaufwand. Die vielen Wortmeldungen waren vorauszusehen, die Diskussionen spielten sich jedoch stets anständig ab. Auch ein flammender Appell von Haller, der die Erhöhung mit der Begründung, dass die Situation in der Gemeinde keine andere Lösung zulassen würde, konnte die Bevölkerung nicht umstimmen. Das Budget wurde angenommen, allerdings mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 60 Prozent. Der warme Applaus am Schluss für den Gemeinderat war ein Dankeschön für die geleistete Arbeit und ein Ansporn für die Bewältigung der kommenden Aufgaben. Beim abschliessenden kleinen Apéro konnte sich die Bevölkerung noch rege austauschen.

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