«Denken und Handeln in Szenarien»
«Unternehmensnachfolge: Denken und Handeln in Szenarien» lautete das Thema des Referates von Dr. Frank Halter in Sarmenstorf.
Am zweiten Gewerbeapéro konnte mit Halter ein hochkarätiger Referent gewonnen werden. Halter ist Gründungs- und Geschäftsleitungsmitglied des Center for Family Business der Universität St.Gallen. Eine ansehnliche Zahl Gewerbetreibender fand sich im Pfarreizentrum Sarmenstorf ein, in Erwartung von praktischen Hinweisen und Anregungen zum erwähnten Thema. Halter gelang es auf überzeugende Art, gespickt mit Bonmots, den Anwesenden dieses komplexe Thema näher zu bringen.
Wie die Nachfolge als Markt und Matching-Herausforderung zu verstehen ist, konnte er anhand verschiedener Zahlen und Statistiken sowohl bei FBO (Familiy buy out), MBO (Management buy out), MBI (Management buy in) und M&A (Mergers & Acquisitions) aufzeigen. Er ging sowohl auf Stärken und Schwächen der Nachfolge-Fähigkeit als auch auf Chancen und Gefahren der Nachfolge-Würdigkeit ein. Er erwähnte den Zeitraum der Verantwortungsübergabe und erklärte die wesentlichen Unterschiede, lang andauernd beim FBO, mittelfristig bei MBO und kurz bei MBI und M&A.
Halter konnte in seinem Referat nicht auf alle Punkte im Detail eingehen, da dies den Rahmen gesprengt hätte. So sind die Unterschiede beim FBO bei der Finanzierung komplexer, da nebst Eigenkapital eventueller Erbvorbezug und Schenkung dazukommen. Für die Finanzierung der anderen drei Arten reichen Fremdkapital und Eigenmittel. Auch sind die Antriebe, warum eine Nachfolgere-gelung gemacht werden muss, völlig anders. Schliesslich ging Halter auf die diversen Anforderungen ein, die sich bei den verschiedenen Nachfolgeregelungen erheblich unterscheiden.
«Eine Patentlösung gibt es nicht»
«Denken in Szenarien, DIE Lösung gibt es nicht.» Was Halter damit sagen wollte: Eine Patentlösung gibt es nicht. Bei allen Nachfolgeregelungen müssen elementare Fragen geklärt werden. Dazu gehören die rechtliche Seite, die Stabilität und Fitness des Unternehmens, die Vorsorge und Sicherheit, Selbstverständnis des Familienunternehmens und die Transaktionskosten, also Steuern und Finanzierung.
In seinem knapp einstündigen Referat konnte Halter nicht auf alle Punkte eingehen. Er wollte mit seinen Ausführungen einen Beitrag zu einer für alle Beteiligten guten Nachfolgeregelung beitragen. Nach seinem Vortrag und beim Apéro stand Halter für Fragen Red und Antwort.



